Das Ende der 10.000 Stunden Regel

In dem Buch: "Outliers: The Story of Success" hat Malcom Gladwell die bekannte 10.000 Stunden Regel aufgestellt. Diese besagt, dass alle extrem erfolgreichen Menschen in ihrem Bereich, mindestens 10.000 Stunden Übung hatten. Das soll auf Pianisten wie auch auf Programmierer gleichermaßen zutreffen. Auch die Wunderkinder, die scheinbar mühelos in jungen Jahren Phantastisches erreichen, sollen das durch Training erreicht haben. Das Buch wurde schon früher für seine Verallgemeinerung kritisiert. Doch nun könnte die 10.000 Stunden Regel ganz widerlegt sein.

In Outside online hat David Epstein über sein neues Buch "The Sports Gene: Inside the Science of Extraordinary Athletic Performance" gesprochen. Er beschäftigt sich damit, was großartige Sportler ausmacht. Ob sie so geboren sind oder ihr Können erworben haben. Gladwells Regel sein nicht repräsentativ und er selbst habe die Wissenschaftliche Arbeit noch nicht mal selbst gemacht, obwohl heute immer von Gladwells 10.000 Stunden Regel gesprochen wird. Die Forschungsarbeit stammt eigentlich von Anders Ericsson, der darstellen wollte, dass Menschen prinzipiell alle nötigen genetischen Voraussetzungen haben um zur Elite in jedem Bereich zu werden. Ericsson selbst soll gesagt haben, dass Gladwell seine Arbeit falsch dargestellt hat.

Die 10.000 Stunden Regel hält Epstein nur für einen Mittelwert. Wenn man zwei Sportler hat, der eine Trainiert nicht und der andere 20.000 Stunden und beide sind gleich gut, so kommt ein Mittelwert von 10.000 Stunden raus, der nichts darüber aussagt wie lange eine Mensch trainieren muss um überragend gut zu werden. Bei manchen dauert es eben länger, bei manchen geht es schneller.

Laut Epstein gibt es keine Formel für Großartigkeit. Jeder brauch ein anderes auf ihn abgestimmtes Training, um optimale Ergebnisse zu erreichen. Wenn man nicht weiß welche Lern- oder Trainingsmethode für einen die richtige ist, soll man verschiedene Methoden ausprobieren und vergleichen, welche für einen persönlich am besten funktionieren. Das vollständige Interview von Outside Online findet man hier.


Ist Meisterschaft also nicht erworben, sondern angeboren?

Die 10.000 Stunden Regel wurde immer angeführt, wenn es darum ging, dass auch die großen Meister ihr Können verdienen mussten und es ihnen nicht in die Wiege gelegt wurde, wie oft von außenstehenden angenommen wurde. Doch kann das bestand haben, wenn ein Sportler 20.000 Stunden braucht um gerade so gut zu sein, wie ein anderer, der wenige Stunden trainiert hat? Ja, natürlich hat das trotzdem bestand. Es gibt sicherlich Bereiche in denen angeborenes Talent eine größere Rolle spielt, als in anderen. In der Musik gibt es immer wieder Wunderkinder, aber wie viele Wunderkinder Geschäftsleute gibt es, oder Politiker, Ärzte, Schriftsteller, Physiker und viele mehr? Ich habe noch nie jemanden hören: "Der Junge ist ein geborener Poet." Auch wenn es manche sicher einfacher haben als andere. Grundsätzlich sind alle Felder, die besonderes Wissen, Erfahrung und Verständnis erfordern resistenter gegen Wunderkinder, währen Bereiche die mehr körperliche Voraussetzungen haben, wie Geschicklichkeit, Koordination, Kraft und Ausdauer immer wieder Wunderkinder präsentieren. Wenn man in einem Rollstuhl sitzt kann man selten Bergsteiger werden, aber der größte Physiker unserer Zeit hat gezeigt, dass man sogar ohne funktionierenden Körper erheblichen und bedeutsamen Einfluss auf die Welt nehmen kann. Wenn es um das Gehirn geht ist das menschliche Potenzial so unermesslich groß, dass jeder die Voraussetzungen für wirklich großartiges in sich trägt und nichts anderes wollte Ericsson aussagen und damit lag er, damals wie heute, richtig.

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