Buchtipp: 7 Habits of Highly Effective People



Ich habe im Blog bis jetzt noch keine Buchrezension geschrieben, weil ich denke, dass man selbst erst wissen muss über was man schreibt, bevor man es tut. Leider hält sich heute viel zu schnell jeder für einen Experten.
Das Bucht und einige andere von Steven R. Covey habe ich gelesen, die 7 Habits insgesamt vier mal. Daher versuche ich mal, über das Buch etwas zu schreiben.


Der englishe Titel ist: The 7 Habits of Highly Effective People: Powerful Lessons in Personal Change
Der deutsche Titel ist: Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg

Autor

Steven R. Covey schrieb über zwölf Bücher, viele davon Bestseller und war Professor an der Huntsman School of Business der Utah State University.
Mehr Informationen über den Autor findet man bei Wikipedia.

Zum Buch
Coveys Buch ist von einer anderen Art, als das Gros der Selbsthilfe Literatur der letzten Zeit. Es bietet keinen einfachen und schnellen Weg zum Erfolg und kein hochbrisantes Geheimnis, das das Leben von jetzt auf gleich verändert. Es basiert auf wissenschaftlichen Grundlagen, nicht auf Westentaschenpsychologie. Es setzt an unserem Kern an, an unserem Charakter und an den zeitlosen und universellen Prinzipien, denen wir folgen sollten. Das Buch ist in gewisser Weise anstrengend, denn es erhebt hohe Ansprüche an den Leser und jeden, der sich verbessern möchte. Damit ist Covey genau auf dem richtigen Weg, denn es gibt kein leichten Weg zum Glück, deswegen funktioniert sein Buch und so viele nicht.

Er beschreibt dies als »Character Ethic« im Vergleich zur »Personality Ethic«.

Covey distanziert sich auch von »unehrlichen« Methoden, die den anderen Menschen nur vormachen, dass wir ein mögenswerter Mensch seien, damit sie uns gern haben, oder tun was wir wollen. Wir sollen ein exzellenter Mensch werden, egal was die Außenwelt macht. Zuerst verändern wir uns selbst, ehe wir andere Schritte gehen können. Es geht also um Charakterentwicklung nicht um Charisma. Es geht um Ehrlichkeit und nicht Schauspielerei.

Die sieben Prinzipien des Erfolgs sind folgende:

  1. Proaktiv sein. (Be Proactive)

    Diese Gewohnheit ist der Kern aller Persönlichkeitsentwicklung und alle erfolgreichen Menschen haben diesen Punkt gemeinsam. Proaktivität in diesem Zusammenhang, bedeutet Verantwortung zu übernehmen für unser komplettes Leben. Keine Entschuldigungen in der Außenwelt zu finden. Wir sind das Produkt unserer eigenen Entscheidungen und nicht fremdbestimmt. Es gibt keine Ausreden wie schwierig unsere Situation ist
     
  2. Zuerst das Ziel kennen. (Begin with the End in Mind.)Wenn wir kein Ziel haben, dann ist kein Weg der richtige. Damit sind nicht nur eindimensionale Ziele gemeint wie: "Ich will ein teures Auto", sondern vielmehr zu wissen was man vom Leben will. Was für ein Leben man gelebt haben will, wenn man auf dem Sterbebett liegt. Das könnte z.B. sein: Ich will genug Zeit für mich und meine Familie haben. Ich will mich jeden Tag lange um meine Kinder kümmern können ohne Arbeiten zu müssen." Um dieses Ziel zu erreichen sind Zwischenziele nötig, z.B., dass man einen entsprechend einträglichen Beruf hat, ein weiteres großes Ziel ist auch, einen Job zu machen der einen völlig erfüllt und Spaß macht. Diese Ziele müssen in Einklang gebracht werden damit sie alle zur Geltung kommen. Dafür brauchen wir einen guten Plan und dieser muss auch umgesetzt werden und dass ist die nächste Gewohnheit.
  3. Das wichtigste zuerst. (Put First Things First).
    Bei dieser Gewohnheit geht es darum, die Dinge anzupacken, die einem den Zielen näher bringen. Covey geht besonders auf Quadrant 2 Aktivitäten ein. Also Aufgaben die beim Eisenhower-Prinzip in die Kategorie "Wichtig-Nicht Dringend" gehören. Denn diese Dinge werden meist nur rudimentär erfüllt, weil dringende aber unwichtige Aufgaben dazwischen kommen. Die Quadrant 2 Aufgaben sind von ausschlaggebender Bedeutung für den Erfolg, denn sie machen den Unterschied zu einem normalen Menschen, der gerade diesen Bereich vernachlässigt.Zu diesem Bereich hat Steven R. Covey ein komplettes Buch geschrieben: First Things First
    Diese Gewohnheit ist also die Weiterführung und Umsetzung von der zweiten Gewohnheit.
  4. Win/Win denken. (Think Win/Win)
    Bei unserem Handeln mit anderen Menschen sollten wir immer nach einem Gewinn für beide Seiten streben. Es ist nicht ganz leicht zu verstehen wie genau das gemeint ist. Beim Win/Win ist 1+1 mindestens zwei, oder sorgar mehr. Oft wird Win/Win mit Kompromissen verwechselt. Bei einem Kompromiss ist 1+1 aber weniger als zwei. Möglicherweise sogar weniger als eins. Ein schlechter Kompromiss ist es also dann, wenn beide Seiten besser stehen würden, wenn Sie nur ihr Ziel durchsetzten würden. Echtes Win/Win ist aber der Zugewinn für beide. Gute Angestelltenverhältnisse sind ein Beispiel für eine Win/Win Situation. Bei einer Gewinnbeteiligung z.B. entsteht of eine Win/Win Situation. Der Angestellte bekommt mehr und ist motivierter, ihm macht die Arbeit auch mehr Spaß und er hat am Ende mehr in der Tasche. Während er auch bei der Arbeit immer das Gefühl hat auch etwas für sich zu tun, nicht nur für den Chef. Für den Chef entstehen auch vorteile. Die motivierteren Arbeiter leisten mehr und das Unternehmen mach sogar nach der Gewinnbeteiligung ein Überschuss. Die Arbeiter sind wohlgesonnen und machen weniger Probleme. Insgesamt gewinnen tatsächlich alle.
     
  5. Erst versuchen zu verstehen, danach verstanden zu werden. (Seek First to Understand, then to be understood.)
    Alle Menschen wollen zuerst verstanden werden. Das führt dazu, dass sie solange nicht offen für eine andere Meinung sind, bis sie sich verstanden fühlen. Wenn wir also zuerst versuchen den Anderen zu verstehen, dann können wir danach wirklich unser Anliegen näherbringen, weil der Andere zuerst befriedigt wurde.
  6. Synergien schaffen. (Synergize)
    Dieser Punkt ist enorm wichtig um in vielen Bereichen gleichzeitig exzellent zu werden. Wenn wir uns auf einen Bereich konzentrieren, dann ist es nicht übermäßig schwierig hervorragende Leistungen zu vollbringen. Z.B. die Entscheidung Beruf oder Familie wird oft auf Kosten der Familie getroffen. Viele Spitzenleute erreichen dann zwar wunderbare Dinge in ihren Berufen, jedoch nur eine, wenn überhaupt, kümmerliche Beziehung zu Ihrer Familie. Auf dem Sterbebett kommt dann die traurige Erkenntnis, dass das wichtigste im Leben verpasst wurde. Auf der anderen Seite möchte man sich auch in seinem Beruf verwirklichen und seine Hobbys ausleben, Geld verdienen um Träume zu verwirklichen. Diese ganzen Dinge kann man unter einen Hut bringen, es ist nur verdammt schwierig. Je mehr Synergien wir schaffen, desto besser wird das gelingen. Irgendwann erreicht man dann eine kritische Masse in der auf einmal alles mit allem zusammen passt und man die völlige Herrschaft erlangt. Ein paar Beispiele: Hobby und Beruf- Im besten Fall wählt man direkt einen Beruf der eine Hobby Qualität einnimmt.  Also etwas, dass wir so gerne machen, dass wir es als Hobby wählen würden, wenn es nicht schon der Beruf wäre. Das ist eine der wichtigsten Synergien, aber auch kleinere sind wichtig. Z.B. Sport und Zeit mit den Kindern verbringen, wird zu Sport mit den Kindern machen. Wenn die Sportart sogar ein Hobby ist, dann hat man schon drei Dinge verbunden. Die Möglichkeiten sind endlos und fast alles lässt sich mit allem verbinden.
  7. Die Säge schärfen. (Sharpen the Saw)
    Covey beschreibt diese Gewohnheit mit einer Geschichte: Zwei Holzfäller sind im Wald, beide fällen Bäume. Es scheint so als würde der eine immer wieder eine Pause einlegen, während der andere dauerhaft und immer stärker versucht Bäume zu fällen. Do seltsamerweise fällt der mit den Pausen gleichmäßig einen Baum nach dem anderen, und der andere kommt nicht weiter voran. Als er dies sieht geht er zu dem erfolgreichen Baumfäller und fragt ihn, wie es sein kann, dass er so viele Bäume fällt wo er doch immer Pause macht. Er entgegnet, er mache keine Pause sondern er schärfe seine Säge.
    Die 7 Gewohnheit ist das ewige Lernen. Wie Laozi gesagt hat: "Lernen ist wie Rudern gegen den Strom, hört man damit auf treibt man zurück." Wenn wir unsere Fähigkeiten nicht immer wieder verbessern nehmen sie unbemerkt ab und wir werden schwächer und schwächer. Wann haben Sie zuletzt Ihre Fähigkeiten verbessert? Allein diese letzte Gewohnheit ist Gold wert. Ich merke persönlich merke das immer, wenn ich ein Buch aus der Success Literatur nach einiger Zeit erneut lese. Hätte man mich vor dem erneuten Lesen gefragt, ob ich noch alles weiß, dann hätte ich gesagt, dass ist zwei drittel oder mehr noch behalten habe. Aber nach ein paar Seiten merke ich, dass ich nur ein Bruchteil behalten hab und mir das zweite Lesen sehr viel bringt. Ich weiß nicht wie oft man so ein Buch lesen muss, um sagen zu können, dass man das meiste noch weiß, oder noch wichtiger, das meiste auch beachtet. Aber mit zwei oder auch fünf mal lesen wird es noch nicht getan sein. Eine gute Methode Bücher immer wieder auf zu frischen ist es, sich die wichtigsten Passagen an zu markern und alle paar Wochen nur diese Passagen zu lesen. Natürlich muss man etwas selektiv sein und nicht die Unart betreiben jedes zweite Wort zu markieren. Beachtet man das braucht man nur ein paar Minuten um eine ganzes Buch durch zu sehen. 


Diese Prinzipien haben alle gemeinsam, dass sie Zeitlos sind. Sie sind nicht von Kultur oder Alter abhängig. Sie lassen sich universell auf alles beziehen.

Covey teilt dabei die persönliche Entwicklung in drei Teile.

»Dependence« Also Abhängigkeit, ist die erste Stufe. So wie ein Mensch als Kind zum Überleben auf seine Eltern angewiesen ist. Hier fangen wir alle an und es gilt die dritte Stufe zu erreichen.
Wenn wir es schaffen die ersten drei Prinzipien zu meistern, dann verlassen wir die Abhängigkeit. Also Proaktiv sein; Zuerst das Ziel kennen und das wichtigste zuerst. Diese drei beschäftigen sich nur mit uns und machen unser persönliches Ziel aus.

Die zweite Stufe ist »Independence«, also Unabhängigkeit. Damit ist nicht einfach gemeint mit 18 Jahren tun und alles zu können was man will, einen eigenen Job zu haben und sich selbst zu versorgen. Es meint vielmehr, sich selbst zu kontrollieren. Selbst die Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Kein Jammern und Klagen, sondern handeln. Hier stehen wir, wenn wir die ersten drei Prinzipien gemeistert haben. Um zur nächsten Stufe zu gelangen müssen wir die nächsten drei Prinzipien meistern; diese machen das zwischenmenschliche Ziel aus.

Die dritte Stufe ist »Interdependence«. Also eine Gemeinschaft zu bilden und bewusst und willentlich gemeinsam voneinander Abhängig zu werden. Dieser Punkt ist sehr komplex und in kürze kaum zu erklären. Diese gegenseitige Abhängigkeit erwächst nicht aus schwäche, dass man andere braucht, sondern vielmehr aus stärke mit anderen so eng zusammen zu arbeiten, dass man von ihnen und sie von uns abhängig sind.

Dabei muss zuerst eine Stufe gemeistert werden, bevor die nächste erreicht werden kann.

Das siebte Prinzip, der ständigen Selbstverbesserung steht nicht isoliert auf einer Stufe sondern gilt immer für alle. Man ist mit der Entwicklung also nie fertig. Nur ewiges Lernen ist der Schlüssel zu dauerhaftem Erfolg. Das heißt auch, dass wir immer wieder an allen Prinzipien arbeiten müssen.

Dieses Buch kann ohne Zweifel als eines der Besten, vielleicht als das Beste Bucht zum Thema persönlicher Entwicklung bezeichnet werden. Der Kauf kann nur empfohlen werden.

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 Das englichse Buch: The 7 Habits of Highly Effective People: Powerful Lessons in Personal Change
Das deutsche Buch: Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg

Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.


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