Selbstdisziplin Erste Säule: Akzeptanz

Hier kommt meine Übersetzung des zweiten Teils der Selbstdisziplin Serie von Steve Pavlina. Das englische Original findet man hier:  Self-Discipline: Acceptance

Der erste Teil der Übersetzung ist hier: Selbst-Disziplin (Steve Pavlina - Fünf Säulen der Selbstdisziplin)

Die erste der fünf Säulen der Selbstdisziplin ist Akzeptanz. Akzeptanz bedeutet, dass Du die Realität exakt erfasst und bewusst erkennst, was das bedeutet und es annimmst.

Das scheint einfach und offensichtlich zu sein, aber in der Praxis ist es extrem schwierig. Wenn Du dauerhafte Schwierigkeiten in einem Lebensbereich hast, dann ist es Wahrscheinlich, dass die Wurzel des Problems darin liegt, dass Du die Realität nicht so akzeptierst, wie sie ist.

Warum ist Akzeptanz eine Säule der Selbstdisziplin? Der häufigste grundlegende Fehler den Menschen bei Selbstdisziplin machen, ist, dass sie falsch einschätzen wo sie gerade stehen. Im ersten Artikel habe ich eine Analogie zwischen Selbstdisziplin und Gewichtheben gemacht. Wenn man beim Gewichtheben erfolgreich sein will, ist der erste Schritt herauszufinden, welche Gewichte man schon heben kann. Wie stark bist Du im Moment? Solange Du nicht genau weißt wo du gerade stehst kannst Du dein Training nicht anpassen.

Wenn Du nicht bewusst festgestellt hast, wo Du stehst, ist es unwahrscheinlich, dass Du Dich in diesem Bereich überhaupt verbesserst. Stell Dir einen Möchtegern-Bodybuilder vor, der keine Ahnung hat, wie viel er heben kann und sein Trainingsplan willkürlich anpasst. Es ist praktisch sicher, dass die Gewichte immer entweder zu schwer oder zu leicht sind. Wenn sie zu schwer sind wird der Trainierende sie gar nicht heben können und seine Muskeln können nicht wachsen. Sind sie zu leicht, hebt er sie zwar mühelos, aber er setzt keinen Trainingsimpuls.

Wenn man sich ernsthaft verbessern will, muss man auch bei der Selbstdisziplin zuerst genau wissen wo man steht. Wie stark ist Deine Disziplin zurzeit? Welche Herausforderungen sind einfach für Dich und welche sind geradezu unmöglich?

Hier ist eine Liste mit verschiedenen Aufgaben, anhand derer Du überlegen kannst, wo Du stehst. Die Reihenfolge ist zufällig.


  • Nimmst Du jeden Tag ein Bad oder duschst?
  • Stehst Du jeden Tag zur gleichen Zeit auf? Auch am Wochenende?
  • Bist Du übergewichtig?
  • Bist Du nach etwas süchtig (Koffein, Nikotin, Zucker usw.) das du gerne ändern würdest, aber nicht hast?
  • Ist Dein Email-Posteingang im Moment leer?
  • Ist Dein Arbeitsplatz im Moment aufgeräumt und gut organisiert?
  • Ist Deine Wohnung im Moment aufgeräumt und gut organisiert?
  • Wie viel Zeit verschwendest Du im Schnitt pro Tag? Wie viel am Wochenende?
  • Wenn Du jemandem ein Versprechen gibst, wie hoch ist die Chance, dass du es hältst?
  • Wenn Du Dir selbst ein Versprechen gibst, wie hoch ist die Chance, dass du es hältst?
  • Könntest Du einen Tag fasten?
  • Wie gut ist Deine Computer Festplatte aufgeräumt?
  • Wie oft treibst Du Sport?
  • Was war Deine größte körperliche Herausforderung, wie lange ist sie her.
  • Wie viele Stunden kannst Du pro Tag konzentriert arbeiten?
  • Wie viele Punkte auf deiner To-do-Liste sind älter als 90 Tage?
  • Hast Du klare schriftlich festgehaltene Ziele? Hast Du Pläne gemacht und aufgeschrieben um diese Ziele zu erreichen?
  • Wenn Du deinen Beruf verlieren würdest, wie viel Zeit pro Tag würdest Du investieren einen neuen zu suchen, wie lange würdest Du diesen Aufwand betreiben?
  • Wie viel Fernsehen guckst Du pro Tag? Könntest Du 30 Tage ohne Fernsehen auskommen?
  • Wie sieht dein Äußeres im Moment aus? Was sagt das über deine Disziplin aus? (Kleidung, wie gepflegt usw.)
  • Wählst Du dein Essen hauptsächlich nach gesundheitlichen Aspekten aus oder nach Geschmack aus?
  • Wann hast Du letztes Mal bewusst eine neue positive Gewohnheit angefangen? Wann eine negative Gewohnheit beendet?
  • Bist Du verschuldet? Würdest Du die Schulden als Investment oder Fehler ansehen?
  • Hast Du im Voraus geplant diesen Blog zu lesen, oder ist es einfach passiert?
  • Kannst Du jetzt schon sagen, was Du morgen machen wirst? Oder nächste Woche?
  • Auf einer Skala von 1-10, wie würdest du deine Selbstdisziplin einschätzen?
  • Wie viel mehr könntest Du erreichen, wenn Du bei der letzen Frage mit 9 oder 10 antworten könntest?


Genauso wie es unterschiedliche Muskelgruppen gibt, für die es verschiedene Übungen gibt, so gibt es auch Bereiche bei der Selbstdisziplin: Disziplinierter Schlaf, disziplinierte Ernährung, disziplinierte Arbeitsgewohnheiten, disziplinierte Kommunikation, usw. Man benötigt verschiedene Übungen für diese Bereiche.

Ich würde empfehlen einen Bereich auszuwählen, in dem man besonders schwach ist, feststellen und akzeptieren, wo man steht und dann ein Trainingsprogramm dafür auszuarbeiten. Fange mit leichten Aufgaben an, von denen Du weißt, dass Du sie schaffen kannst, und steigere Dich Stück für Stück.

Progressives Training funktioniert mit Selbstdisziplin genauso wie mit Muskeln. Wenn man kaum schafft, um zehn Uhr aus dem Bett aufzustehen; wie wahrscheinlich ist es, dass man es um fünf Uhr schafft?  Aber könnte es klappen um 9:45 Uhr aufzustehen? Sehr wahrscheinlich. Und wenn das geklappt hat, dann klappt sicher auch 9:30 oder 9,15 Uhr. Als ich anfing regelmäßig um 5 Uhr aufzustehen, hatte ich schon ein paar Tage zuvor damit angefangen. Meine normale Aufstehzeit war zwischen 6 und 6:30 Uhr. Der nächste Schritt war herausfordernt, aber innerhalb meiner Fähigkeiten.

Ohne Akzeptanz bekommt man entweder Ignoranz oder Verleugnung. Durch Ignoranz weiß man einfach nicht wie diszipliniert man ist - wahrscheinlich hat man nie darüber nachgedacht. Du weißt nicht, dass Du nichts weißt. Du wirst nur eine ungefähre Vorstellung haben. Du wirst einige Sachen sehr leicht erreichen und manchmal bei anderen kläglich scheitern. Du wirst die Aufgabe oder Dich selbst dafür verantwortlich machen, anstatt zu erkennen, dass das »Gewicht« einfach noch zu schwer war und Du erst noch stärker werden musst.

Wenn Du in einem Zustand der Verleugnung bist, was Deine Selbstdisziplin betrifft, dann bist Du gefangen in einer falschen Vorstellung. Du bist entweder einfach pessimistisch oder optimistisch was deine Fähigkeiten betrifft. Und so wie ein Sportler, der seinen eigenen Stand nicht kennt, wirst Du nicht besser werden, denn es ist unwahrscheinlich, die richtige Trainingsintensität durch Zufall zu finden. Wenn man es pessimistisch sieht, kann es auch sein, dass Du nur die leichten »Gewichte« nimmst, und den schweren ausweichst, die Dich nach vorne bringen würden. Wenn man es optimistisch sieht, kann es auch sein, dass Du versuchst, Gewichte zu heben, die zu schwer sind, danach macht man sich entweder selber fertig oder nimmt sich vor es nächstes mal noch härter zu versuchen. Aber auch das bringt einen nicht weiter.

Ich selbst habe einen erheblichen Nutzen daraus gezogen, meine Selbstdisziplin zu entwickeln. Als ich 20 Jahre alt war, lebte ich in einem kleinen Appartement, geschlafen habe ich von 4 Uhr nachts bis 13 Uhr. Habe viel Fast- und Junkfood gegessen. Sport habe ich nicht gemacht, nur hin und wieder einen langen Spaziergang. Die Post zu holen schien schon eine Leistung zu sein und der Höhepunkt meines Tages war mich mit Freunden zu treffen. Am Ende des Monats konnte ich mich nicht an viele besondere Ereignisse erinnern. Ich hatte keinen Job, kein Auto, kein Einkommen, keine Ziele, keine Pläne,  und keine richtige Zukunft. Ich hatte nur das Gefühl, viele Probleme zu haben, die nicht besser wurden. Mir fehlte das Gefühl, Kontrolle über meinen Werdegang zu haben. Ich wartete einfach auf Dinge und reagierte auf sie.

Endlich stellte ich mich der Realität, ich konnte meine Leben nicht einfach aussitzen. Wenn ich etwas erreichen wollte, musste ich etwas dafür tun. Das bedeutete, zuerst einige schwierige Probleme anzugehen, aber ich bewältigte sie und wurde in kurzer Zeit viel stärker.

Wenn man nun mein Leben 14 Jahre später betrachtet, ist es wie Tag und Nacht. Ich stehe jeden Tag um 5 Uhr morgens auf. Treibe sechs Tage die Woche Sport. Ich esse ausschließlich vegan, mit viel frischem Gemüse. Mein Heimbüro ist gut organisiert. Mein Briefkasten und mein E-Mail-Posteingang sind beide leer. Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder und lebe in einem schönen Haus. Auf meinem Schreibtisch steht ein Hefter mit meinen Zielen und detaillierten Plänen, diese zu erreichen. Und viele meiner Jahresziele habe ich schon erreicht. Ich war mir nie klarer darüber, was ich will und ich tue, was ich liebe. Und ich weiß, dass etwas bewege.
Nichts davon ist einfach so passiert, ich habe es bewusst angestrebt. Und es ist sicher auch nicht über Nacht passiert. Es hat viele Jahre harter Arbeit gekostet und es ist immer noch harte Arbeit, aber ich habe mich weiterentwickelt und Dinge, die früher unerreichbar für mich waren, sind heute einfach. Das bedeutet, ich kann viel größere Herausforderungen angehen und somit noch Größeres erreichen. Wenn ich versucht hätte alle diese Dinge vor vierzehn Jahren zu schaffen, wäre ich kläglich gescheitert. Der zwanzig Jährige Steve wäre nicht fähig gewesen damit klar zu kommen, nicht für einen Tag. Aber für den 34-Jährigen Steve ist es einfach. Wirklich spannend ist, wenn ich mir vorstelle, was der 48-Jährige Steve fähig sein wird zu erreichen... immer relativ zu meinem Lebensweg, nicht im Allgemeinen.

Ich sage Dir diese Sachen um Dich zu beeindrucken. Aber nicht mit mir, sondern mit Dir selbst. Ich will Dich damit beeindrucken, was Du erreichen kannst in den nächsten fünf bis zehn Jahren, wenn du Schritt für Schritt deine Selbstdisziplin aufbaust. Es wird nicht einfach sein, aber es ist es wert. Der erste Schritt ist zu akzeptieren wo Du gerade stehst, ob es Dir gefällt oder nicht. Mit diesen Dingen musst Du arbeiten, vielleicht ist das nicht fair, aber es ist eben so. Du wirst nicht stärker werden, wenn Du das nicht akzeptierst.



Selbst-Disziplin (Steve Pavlina - Fünf Säulen der Selbstdisziplin)


Ich arbeite schon einige Zeit an einer Artikelserie über Selbst-Diziplin, aber sie ist noch nicht fertiggestellt, deswegen gibt es erstmal meine Übersetzung von einer Artikelserie, die Steve Pavlina zu diesem Thema geschrieben hat. Ich finde sie ist sehr gut gelungen und bietet für viele Besucher hier sicher einen Nutzen.
Hier ist der englische Artikel von Steve Pavlina -Self-Discipline.
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Die fünf Säulen der Selbstdisziplin

Die fünf Säulen der Selbstdisziplin sind: Akzeptanz, Willenskraft, harte Arbeit, Fleiß und Durchhaltevermögen. Wenn man im Englischen die ersten Buchstaben der Wörter nimmt, ( Acceptance, Willpower, Hard Work, Industry, Persistence.) bekommt man das Akronym: »A WHIP« (eine Peitsche) - eine gute Methode sie sich zu merken, denn viele Menschen verbinden Selbstdisziplin damit, sich mit einer Peitsche in Form zu bringen.

In jedem Artikel dieser Serie wird eine andere Säule behandelt. Und es wird erklärt, warum es so wichtig ist, dass und wie man Selbstdisziplin entwickelt. Als erstes gibt es eine allgemeine Übersicht...

Was ist Selbstdisziplin?

Selbstdisziplin ist die Fähigkeit sich selbst dazu zu bringen etwas zu tun, egal wie man sich fühlt.

Überlege einmal, was Du erreichen könntest, wenn du Dich einfach dazu bringen könntest, deinen besten Vorsätzen zu folgen, egal was passiert. Stell Dir vor Du sagst zu deinem Körper: »Du hast Übergewicht, verliere 10 Kilo.« Ohne Selbstdisziplin wird dieser Vorsatz nicht realisiert. Aber mit ausreichend Selbstdisziplin ist es so gut wie erledigt. Die Spitze der Selbstdisziplin ist, wenn Du einen Punkt erreichst, an dem du eine Entscheidung triffst und es praktisch garantiert ist, dass Du durchhalten wirst.

Selbstdisziplin ist eines von vielen Werkzeugen in der Persönlichkeitsentwicklung. Es ist natürlich kein Allheilmittel. Aber viele wichtige Probleme lassen sich durch Selbstdisziplin lösen, auch wenn es andere Wege gibt, diese Schwierigkeiten zu lösen, werden sie von Selbstdisziplin komplett beseitig. Selbstdisziplin kann Dir die Kraft geben, jede Sucht zu überwinden oder jedes beliebige Gewicht zu verlieren. Es kann Prokrastination, Unordnung und Ignoranz beseitigen. Innerhalb der Angelegenheiten, die durch Selbstdisziplin zu lösen sind, gibt es nicht Besseres. Darüber hinaus kann sie gut mit anderen Instrumenten wie Leidenschaft, Goal-Setting und Planung kombiniert werden.

Selbstdisziplin aufbauen.

Meine Philosophie wie man Selbstdisziplin aufbaut, ist am besten mit einer Analogie zu erklären. Selbstdisziplin ist wie ein Muskel. Je mehr Du ihn trainierst, desto stärker wirst Du. Je weniger Du trainierst, desto schwächer.

So wie alle Menschen unterschiedlich ausgeprägte Muskeln haben, so besitzt auch jeder eine anders ausgeprägte Selbstdisziplin. Jeder hat ein bisschen. Wenn Du deinen Atem für ein paar Sekunden anhalten kannst, verfügst du über etwas Selbstdisziplin. Aber nicht jeder hat seine Selbstdisziplin in gleichem Maße entwickelt.

Genauso wie man Muskeln benötigt um weitere Muskeln aufzubauen, so benötigt man Selbstdisziplin um Selbstdisziplin weiter zu entwickeln.

Das funktioniert genauso wie beim Muskelaufbau. Man hebt immer Gewichte, die nahe am persönlichen Limit sind. Man bleibt aber innerhalb der eigenen Fähigkeiten, nicht zu leicht und nicht zu schwer. Damit treibt man die Muskeln soweit, bis sie versagen, dann ruht man sich aus.

Ähnlich ist die Standardmethode für Selbstdisziplin. Man nimmt Herausforderungen in Angriff, die man noch schaffen kann, die aber nahe am Limit sind. Das bedeutet nicht, dass man etwas zu Schwieriges immer wieder versucht und Mal für Mal scheitert.
Es heißt auch nicht, dass man innerhalb der Komfortzone bleibt. Man wird nicht stärker, wenn man versucht ein Gewicht zu heben, was zu schwer ist und auch nicht, wenn man ein viel zu leichtes Gewicht nimmt. Man muss mit Gewichten/Herausforderungen anfangen, die innerhalb der eigenen Fähigkeiten liegen, aber dicht am Limit.

Progressives Training bedeutet, sobald man es einmal schafft, das nächste mal die Schwierigkeit erhöht. Wenn Du immer mit den gleichen Gewichten trainiertest, würdest Du nicht stärker werden. Es ist genauso, wenn Du Dich im Leben nicht herausforderst, deine Selbstdisziplin kann, sich als Folge nicht weiterentwickeln.

So wie die meisten Menschen sehr schwache Muskeln haben, im Vergleich zu dem, wie stark sie sein könnten, so verfügt die Mehrheit über eine völlig unentwickelte Selbstdisziplin.

Beim Bestreben Selbstdisziplin zu entwickeln wäre es ein Fehler zu übertreiben. Wenn Du versuchst, dein Leben über Nacht zu ändern und duzende Ziele setzt und davon ausgehst diese nun strikt zu verfolgen, dann ist das sicher zum Scheitern verurteilt. Das ist das gleiche, als wenn jemand das erste mal ins Fitnessstudio geht und sich 150kg auflegt, man sieht nur lächerlich aus.

Wenn Du nur 5kg heben kann, dann kannst Du eben nur 10kg heben. Es ist keine Schande dort anzufangen, wo Du stehst. Ich erinnere mich, als ich vor einigen Jahren begann mit einem persönlichen Trainer zu arbeiten. Bei meinem ersten Versuch konnte ich beim Schulterdrücken nur eine 3,5-kg-Hantelstange ohne Gewichte hochziehen. Meine Schultern waren schwach, weil ich sie nie trainiert habe. Aber nach ein paar Monaten waren es 30kg.

Wenn Du undiszipliniert bis, ist es ähnlich, Du kannst nur die Selbstdisziplin nutzen, die Du schon besitzt, um mehr zu bekommen. Je disziplinierter Du wirst, desto einfacher wird dein Leben. Herausforderungen, die einst unmöglich für Dich erschienen, werden, ein Kinderspiel sein. Wenn Du stärker wirst, werden die gleichen Gewichte immer leichter und leichter erscheinen.

Vergleiche Dich nicht mit anderen Menschen, das wird nicht helfen. Du wirst nur finden, was Du erwartest. Wenn Du denkst, dass du schwach bist, dann wird jeder andere stark erscheinen. Denkst Du du bist stark, dann wird jeder anderes schwach erscheinen. Es ergibt keinen Sinn, das zu tun. Betrachte nur, wo Du heute stehst, und setze Dir zum Ziel besser zu werden.

Lass uns ein Beispiel betrachten.  

Nehmen wir an, Du willst die Fähigkeit erhalten acht Stunden am Tag zu arbeiten, ohne Dich ablenken zu lassen, weil Du weist, dass das einen Vorteil in deiner Karriere bringen wird. Heute Morgen habe ich in einem Audio Programm eine Studie gehört, nach der ein normaler Büroarbeiter 37% seiner Zeit mit sozialen Kontakten verbringt, ohne zu arbeiten. Darüber hinaus kommen noch andere Laster die mehr als 50% der Arbeitszeit ausmachen, in der auch nicht gearbeitet wird. Es ist also Raum für Verbesserungen.

Wenn Du beginnst, versuchst Du vielleicht volle acht Stunden durchzuarbeiten, ohne Dich ablenken zu lassen. Du schaffst es ein Mal. Am nächsten Tag scheiterst Du kläglich. Das ist ok, du hast eine Wiederholung mit 8 Stunden geschafft. Zwei Wiederholungen sind zu viel für Dich. Also nimm Dich ein wenig zurück. Wie lange könntest Du am Stück arbeiten, um fünf Tage/Wiederholungen zu schaffen? (Also eine Arbeitswoche.) Wärst Du in der Lage eine Stunde konzentriert zu arbeiten, fünf Tage hintereinander? Wenn Du das nicht tun kannst, nimm 30 Minuten, oder was für Dich geeignet ist. Wenn Du das schaffst, oder es sich zu leicht anfühlt, dann erhöhe die Herausforderung.

Wenn Du eine Woche auf einem Niveau geschafft hast, mache die nächste Woche ein wenig mehr. Mache mit diesem progressiven Training weiter, bis Du dein Ziel erreichst.


Auch wenn Analogien nie perfekt sind, so hat mich diese weit gebracht. Die Latte jede Woche nur ein wenig höher anzulegen ermöglicht es, in den eigenen Möglichkeiten zu bleiben und immer ein wenig besser zu werden. Einen Unterschied zum Muskeltraining gibt es aber, wenn man Gewichte hebt, zählt die tatsächliche Arbeit die man macht nichts. Es liegt kein Vorteil darin ein Gewicht hoch und runter zu heben- der Vorteil liegt darin, dass die Muskeln wachsen. Bei Selbstdisziplin jedoch hat man einen Vorteil durch die Arbeit, die man im Training gemacht hat. Damit ist das also noch besser. Es ist großartig, wenn durch das Training etwas Wertvolles geschaffen wird und es dich gleichzeitig leistungsfähiger macht.

In den nächsten Artikeln werden wir tiefer in die fünf Säulen der Selbstdisziplin eintauchen.

Dies ist der erste Teil einer sechsteiligen Serie.

Teil 2: Selbstdisziplin Erste Säule: Akzeptanz

Das Ende der 10.000 Stunden Regel

In dem Buch: "Outliers: The Story of Success" hat Malcom Gladwell die bekannte 10.000 Stunden Regel aufgestellt. Diese besagt, dass alle extrem erfolgreichen Menschen in ihrem Bereich, mindestens 10.000 Stunden Übung hatten. Das soll auf Pianisten wie auch auf Programmierer gleichermaßen zutreffen. Auch die Wunderkinder, die scheinbar mühelos in jungen Jahren Phantastisches erreichen, sollen das durch Training erreicht haben. Das Buch wurde schon früher für seine Verallgemeinerung kritisiert. Doch nun könnte die 10.000 Stunden Regel ganz widerlegt sein.

In Outside online hat David Epstein über sein neues Buch "The Sports Gene: Inside the Science of Extraordinary Athletic Performance" gesprochen. Er beschäftigt sich damit, was großartige Sportler ausmacht. Ob sie so geboren sind oder ihr Können erworben haben. Gladwells Regel sein nicht repräsentativ und er selbst habe die Wissenschaftliche Arbeit noch nicht mal selbst gemacht, obwohl heute immer von Gladwells 10.000 Stunden Regel gesprochen wird. Die Forschungsarbeit stammt eigentlich von Anders Ericsson, der darstellen wollte, dass Menschen prinzipiell alle nötigen genetischen Voraussetzungen haben um zur Elite in jedem Bereich zu werden. Ericsson selbst soll gesagt haben, dass Gladwell seine Arbeit falsch dargestellt hat.

Die 10.000 Stunden Regel hält Epstein nur für einen Mittelwert. Wenn man zwei Sportler hat, der eine Trainiert nicht und der andere 20.000 Stunden und beide sind gleich gut, so kommt ein Mittelwert von 10.000 Stunden raus, der nichts darüber aussagt wie lange eine Mensch trainieren muss um überragend gut zu werden. Bei manchen dauert es eben länger, bei manchen geht es schneller.

Laut Epstein gibt es keine Formel für Großartigkeit. Jeder brauch ein anderes auf ihn abgestimmtes Training, um optimale Ergebnisse zu erreichen. Wenn man nicht weiß welche Lern- oder Trainingsmethode für einen die richtige ist, soll man verschiedene Methoden ausprobieren und vergleichen, welche für einen persönlich am besten funktionieren. Das vollständige Interview von Outside Online findet man hier.


Ist Meisterschaft also nicht erworben, sondern angeboren?

Die 10.000 Stunden Regel wurde immer angeführt, wenn es darum ging, dass auch die großen Meister ihr Können verdienen mussten und es ihnen nicht in die Wiege gelegt wurde, wie oft von außenstehenden angenommen wurde. Doch kann das bestand haben, wenn ein Sportler 20.000 Stunden braucht um gerade so gut zu sein, wie ein anderer, der wenige Stunden trainiert hat? Ja, natürlich hat das trotzdem bestand. Es gibt sicherlich Bereiche in denen angeborenes Talent eine größere Rolle spielt, als in anderen. In der Musik gibt es immer wieder Wunderkinder, aber wie viele Wunderkinder Geschäftsleute gibt es, oder Politiker, Ärzte, Schriftsteller, Physiker und viele mehr? Ich habe noch nie jemanden hören: "Der Junge ist ein geborener Poet." Auch wenn es manche sicher einfacher haben als andere. Grundsätzlich sind alle Felder, die besonderes Wissen, Erfahrung und Verständnis erfordern resistenter gegen Wunderkinder, währen Bereiche die mehr körperliche Voraussetzungen haben, wie Geschicklichkeit, Koordination, Kraft und Ausdauer immer wieder Wunderkinder präsentieren. Wenn man in einem Rollstuhl sitzt kann man selten Bergsteiger werden, aber der größte Physiker unserer Zeit hat gezeigt, dass man sogar ohne funktionierenden Körper erheblichen und bedeutsamen Einfluss auf die Welt nehmen kann. Wenn es um das Gehirn geht ist das menschliche Potenzial so unermesslich groß, dass jeder die Voraussetzungen für wirklich großartiges in sich trägt und nichts anderes wollte Ericsson aussagen und damit lag er, damals wie heute, richtig.

8 Regeln des Erfolgs, an die man jeden Morgen denken sollte

James Caan der CEO von Hamilton Bradshaw Ltd. hat auf Likedin einen interessanten Beitrag über seine acht Regeln des Erfolgs verfasst: The Eight Rules of Success to Think About Every Morning


Seine persönlichen Regeln sind die folgenden: 

  1. Einsatz
    Auch wenn manche es so darstellen, der Weg zum Erfolg ist schwierig. Wenn man etwas wirklich haben erreichen will, dann muss man hart dafür Arbeiten und die nötige Zeit und Leistung investieren. Nur weil es schwierig ist heißt das nicht, dass man etwas falsch macht. Wenn man Unternehmer fragt, werden sie einem bestätigen, dass es das schwierigste war, was sie im Leben gemacht haben.
  2. Glaube an dich selbst
    Wenn man selbst nicht an sich glaub macht es keinen Sinn Unternehmer zu werden. Wenn man eine Firma gründet ist man nur noch sich selbst Antworten schuldig- das bedeutet Selbstvertrauen ist Lebenswichtig. Wenn man selbst nicht an sich oder seine Geschäftsidee glaub, wie kann man dann jemanden anderes davon überzeugen?
  3. Sei Kreativ
    Wenn man wirklich erfolgreich sein will, muss man sich von der Masse absetzen. Auch wenn Caan immer daran geglaubt hat, dass eine Idee nicht komplett neu sein muss, so haben die erfolgreichsten Firmen starke Alleinstellungsmerkmale, die sie von der Konkurrenz absetzen. Kreativität ist eine der wertvollsten Eigenschaften die jemand in der Wirtschaftswelt haben kann.
  4. Sei der ErsteDie Welt ist voller Konkurrenz und wer nicht schnell genug ist bleibt zurück. Man sollte immer als erster zuschlagen. Sobald man eine Vorgehensweise geplant hat, ergibt es keinen Sinn zu warten, das würde der Konkurrenz nur die Chance geben, zuerst da zu sein und und einen entscheidenden Teil der Arbeit oder eines Vertrages zu gewinnen.
  5. Baue eine Marke auf
    Als Caan seine erste Firma gegründet hat, war das erste was er getan hat, ein Büro im besten Teil Londons zu mieten, weil sich eine Mayfair Adresse auf einer Visitenkarte gut macht. Der Raum war in Wirklichkeit war der Raum klein und fensterlos. Niemand hat das gewusst, weil er alle Meetings außerhalb des Büros abgehalten hat. Im Business ist es entscheidend eine Marke und einen guten Ruf aufzubauen. Sobald man das erreicht hat werden die Dinge viel einfacher, da die meisten von uns vorziehen mit Firmen und Menschen zu arbeiten, die bekannt und vertrauenswürdig sind.
  6. Suche Rat
    Man kann nicht in jedem Bereich ein Experte sein, deswegen ist nicht falsch daran Rat zu suchen, wenn man nicht weiter kommt. Wenn man eine Unternehmung anfängt kann es sehr hilfreich sein, mit jemandem zu sprechen, der schon ein paar Jahre Erfahrung hat. Diese Menschen sind normalerweise sehr hilfsbereit und geben gerne ihre Zeit und ihr Wissen weiter.
  7. Organisiere Dich
    Eine erfolgreiche Firma zu führen kann sehr anspruchsvoll und stressvoll sein, eine der wichtigsten Ressourcen ist da die eigene Zeit. Wenn man das meiste aus dem Arbeitstag herausholen will, muss man richtig organisiert sein und sicher stellen, dass man keine wertvolle Zeit mit Aufgaben verschwendet, die man auch an andere hätte abgeben können.
  8. Ein Schritt nach dem anderen
    Wenn man eine Unternehmung anfängt, hat man die Tendenz alle Arbeit die man findet erledigen zu wollen. Das kann ein fataler Fehler sein. Erstens: Wenn man in Vertragsverhandlungen tritt, muss man sicher stellen, dass es eine ausreichende Marge gibt. Auch wenn man sich profilieren will, so ergibt es keinen Sinn Arbeit auf sich zu nehmen, die nicht zu einem ausreichenden Profit führt. Noch wichtiger ist, sich nicht mehr Arbeit aufzubürden, als man bewältigen kann. Dies ist einer der häufigsten Fehler, der sich als sehr teuer herausstellen kann.
Diese Ratschläge sind sicher bemerkenswert und man sollte sie sich häufig vor Augen führen. James Caans Erfolg gibt ihm Recht. 

19 Dinge, die Ihr Nachbar Ihnen nicht sagen würde, wenn er Millionär wäre.

Im Business Insider gab es vor ein paar Tagen einen Interessanten Beitrag: 19 Things The Millionaire Next Door Won't Tell You

Man geht davon aus, dass man einen Millionär erkennen müsste, wenn man ihn sieht. In Wirklichkeit ist das aber vielleicht nicht so einfach. Könnte Ihr Nachbar Millionär sein, ohne dass Sie es wissen?


  1. Viele Millionäre hängen es nicht an die große Glocke, dass sie reich sind. Wenn man sich ein paar Milliardäre ansieht, dann kann man feststellen, dass das sogar auf sie zutrifft. Warren Buffett wohnt immer noch in einem Haus das er 1958 für 31,500$ gekauft hat. Auch die Aldi Brüder und Ikea Gründer Ingvar Kamprad sind als sehr bescheiden bekannt geworden.
  2. Ein Millionär weiß, dass der Weg zur Million lang ist und für die meisten bedeutet er, lange und viel Geld zu sparen. Millionäre sind nicht grundsätzlich schlauer, vielleicht sind sie sparsamer.
  3. Millionäre fahren oft alte Autos. Sie kaufen selten neue Autos. Sie verschwenden kein Geld für Unnötiges und reine Luxusgüter. Ihren Kaffee trinken sie nicht bei Starbucks, sondern kochen ihn selbst. Auch wenn es unglaublich klingt, so hat die Recherche von Dr. Thomas J. Stanley und William D. Danko für das Buch "The Millionaire Next Door" ähnliches festgestellt. In dem Buch wird unter anderem auch analysiert, wie teuer die Anzüge der Millionäre sind und wie lange sie mit wie vielen Frauen zusammen sind.
  4. Millionäre machen keine Schulden, ihre Kreditkarte zahlen sie jeden Monat vollständig ab.
  5. Millionäre wissen, dass Geld nicht glücklich macht. Aber sie wissen auch, dass finanzielle Unabhängigkeit ein wichtiger Glücksfaktor ist. Das Geld dient somit in erster Linie dazu frei zu sein und nicht mehr durch Geldprobleme beschränkt zu sein.
  6. Millionäre wissen, dass es nicht darauf ankommt wie viel man verdient, sondern wie viel davon übrig bleibt. Kein Einkommen ist groß genug, wenn man über seinen Verhältnissen lebt.
  7. Millionäre scheuen es nicht, viel zu arbeiten. Ein zweiter Job erhöht nicht nur das Einkommen, sondern in der Zeit, in der man Arbeitet kann man auch kein Geld ausgeben.  
  8.  Um Geld muss man sich kümmern, man muss es behüten, verwalten und investieren. Nur auf dem Wege kann man es vermehren.
  9. Millionäre bezahlen sich selbst zuerst. Im Englischen als "Pay yourself first" sehr bekannt, kann man sich im Deutschen wenig darunter vorstellen. Dahinter verbirgt sich eine Sparstrategie. Ähnlich wie beim "Pakinsonschen Gesetz" passen viele Menschen ihre Ausgaben daran an, wie viel Geld sie bekommen. Laufende Kosten, wie die Monatsmiete werden am Monatsanfang automatisch vom Konto abgebucht und dadurch nicht als verfügbares Geld wahrgenommen. Dieses Verhalten nutzt man nun um Geld zu sparen. Man eröffnet dazu ein getrenntes Konto und erstellt einen Dauerauftrag für den Anfang des Monats, der einen bestimmten Betrag direkt auf das Konto überweist. An dieses Konto geht man natürlich unter keinen Umständen ran. Wer soetwas machen möchte kann z.B. die kostenlosen Kapitalonline Kontos von der Sparkasse benutzen. Diese kann man direkt selbst online eröffnen. Es gibt etwas Zinsen und alle Überweisungen auf und zwei Überweisungen vom Konto sind kostenlos. Es gibt keine Kontoführungsgebühren und man kann das Konto nicht überziehen.
  10. Millionäre verbringen ihre Zeit meist mit Dingen, die sie gerne machen. Das gilt auch für die Arbeit, man sollte sein kurzes Leben nicht damit verschwenden Dinge zu tun die man nicht mag. Überlegen Sie was Sie gerne tun und dann finden Sie einen Weg davon ein Einkommen zu generieren.
  11. Ohne einen Plan geht nichts. Man steigt ja auch nicht in ein Flugzeug und sagt dem Piloten: "bringen Sie mich irgendwo hin." Wer Millionär und finanziell unabhängig sein will, der muss einen schriftlichen! Plan erstellen. Wer es ohne schafft, der hat Glück gehabt. Aber nur Versager verlassen sich auf Glück.
  12. Wenn man schon denkt dann auch im großen Stil. Nur eine große Vision bietet genug Motivation, um alle Probleme durchzustehen und mit aller Kraft dafür zu kämpfen. David J. Schwartz sieht eine große Vision und einen definitiven Plan, als einen der wichtigen Faktoren des Erfolgs. Sein Buch "The Magic Of Thinking Big" behandelt das Thema.  
  13. Wenn man deutlich mehr arbeitet, als man muss, kann man Fehler ausgleichen, die einen normalerweise ruinieren könnten. Wenn ein Angestellter immer gerade so viel Arbeitet wie er muss und einen Fehler macht, kann es leicht sein, dass die Schwelle überschritten ist, dass wer sich für die Firma noch lohnt. Gleichzeitig ist er auch leicht zu ersetzen, denn Angestellte, die nur so viel tun, wie sie gerade müssen, gibt es wie Sand am Meer. Dazu kommt, dass man mehr verdient und ein entsprechendes finanzielles Polster aufbauen kann, das Fehler ausgleichen kann und jeder macht mal einen Fehler.
  14. Millionäre sichern sich vor unvorhergesehene Risiken ab. Niemand ist davor gefeit, von einem desaströsen Schicksalsschlag getroffen zu werden. Und wenn es einen selbst trifft, will man wenigstens, dass die Familie in finanzieller Hinsicht versorgt ist. Eine Lebensversicherung verhindert wenigstens den Ruin der Angehörigen.
  15. Millionäre fangen früh an Geld zur Seite zu legen, über die Zeit wächst es durch Zinseszins zu einem Vermögen heran.
  16. Durch Daueraufträge kann man fast unbemerkt Geld auf das Sparkonto überweisen und die Beträge mit dem Einkommen anpassen. So verhindert man Geld auszugeben, das man sparen wollte und über die eigenen Verhältnisse zu Leben. Selbst Menschen mit sechs bis siebenstelligem Einkommen sind oft nicht wohlhabend. Das heißt ihr Vermögen wächst nicht mit dem Einkommen, weil sie immer auch mehr ausgeben. Wenn das Einkommen weg fällt sind sie schnell ganz unten. Unzählige Lottogewinner und Stars zählen zu dieser Gruppe; wer nicht gelernt hat Geld zu verdienen und anzusammeln, sondern durch Glück erlangt, verliert es oft so schnell wie er es bekommen hat.
  17. Viele Millionäre sind so wohlhabend, dass sie bis zu Ihrem Lebensende ausgesorgt haben und nicht mehr arbeiten müssten, sie tun es trotzdem, weil sie lieben was sie tun.
  18. Millionäre wissen, dass Statussymbole wie teure Autos gerade keinen guten Indikator für das Vermögen darstellen. Die meisten teuren Autos und Häuser sind mit Krediten finanziert und treiben ihre Besitzer in den Bankrott, beeindrucken kann man Millionäre mit solchen Dingen schon gar nicht, selbst wenn sie selbst ein kleines altes Auto fahren.
  19. Millionäre müssen sich nicht ständig etwas leihen, sie sind Verleiher. Wenn sie Ihre Sachen wieder einmal nicht zurück bekommen, kaufen sie sich halt neue. 

Naja, ich glaube die Millionäre nebenan würden einem wohl einiges Verraten, wenn man sie danach fragen würde. Denn erfolgreiche Menschen geben ihr wissen gerne weiter, sie fühlen sich dadurch nicht bedroht, sondern geehrt. 

Buchtipp: 7 Habits of Highly Effective People



Ich habe im Blog bis jetzt noch keine Buchrezension geschrieben, weil ich denke, dass man selbst erst wissen muss über was man schreibt, bevor man es tut. Leider hält sich heute viel zu schnell jeder für einen Experten.
Das Bucht und einige andere von Steven R. Covey habe ich gelesen, die 7 Habits insgesamt vier mal. Daher versuche ich mal, über das Buch etwas zu schreiben.


Der englishe Titel ist: The 7 Habits of Highly Effective People: Powerful Lessons in Personal Change
Der deutsche Titel ist: Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg

Autor

Steven R. Covey schrieb über zwölf Bücher, viele davon Bestseller und war Professor an der Huntsman School of Business der Utah State University.
Mehr Informationen über den Autor findet man bei Wikipedia.

Zum Buch
Coveys Buch ist von einer anderen Art, als das Gros der Selbsthilfe Literatur der letzten Zeit. Es bietet keinen einfachen und schnellen Weg zum Erfolg und kein hochbrisantes Geheimnis, das das Leben von jetzt auf gleich verändert. Es basiert auf wissenschaftlichen Grundlagen, nicht auf Westentaschenpsychologie. Es setzt an unserem Kern an, an unserem Charakter und an den zeitlosen und universellen Prinzipien, denen wir folgen sollten. Das Buch ist in gewisser Weise anstrengend, denn es erhebt hohe Ansprüche an den Leser und jeden, der sich verbessern möchte. Damit ist Covey genau auf dem richtigen Weg, denn es gibt kein leichten Weg zum Glück, deswegen funktioniert sein Buch und so viele nicht.

Er beschreibt dies als »Character Ethic« im Vergleich zur »Personality Ethic«.

Covey distanziert sich auch von »unehrlichen« Methoden, die den anderen Menschen nur vormachen, dass wir ein mögenswerter Mensch seien, damit sie uns gern haben, oder tun was wir wollen. Wir sollen ein exzellenter Mensch werden, egal was die Außenwelt macht. Zuerst verändern wir uns selbst, ehe wir andere Schritte gehen können. Es geht also um Charakterentwicklung nicht um Charisma. Es geht um Ehrlichkeit und nicht Schauspielerei.

Die sieben Prinzipien des Erfolgs sind folgende:

  1. Proaktiv sein. (Be Proactive)

    Diese Gewohnheit ist der Kern aller Persönlichkeitsentwicklung und alle erfolgreichen Menschen haben diesen Punkt gemeinsam. Proaktivität in diesem Zusammenhang, bedeutet Verantwortung zu übernehmen für unser komplettes Leben. Keine Entschuldigungen in der Außenwelt zu finden. Wir sind das Produkt unserer eigenen Entscheidungen und nicht fremdbestimmt. Es gibt keine Ausreden wie schwierig unsere Situation ist
     
  2. Zuerst das Ziel kennen. (Begin with the End in Mind.)Wenn wir kein Ziel haben, dann ist kein Weg der richtige. Damit sind nicht nur eindimensionale Ziele gemeint wie: "Ich will ein teures Auto", sondern vielmehr zu wissen was man vom Leben will. Was für ein Leben man gelebt haben will, wenn man auf dem Sterbebett liegt. Das könnte z.B. sein: Ich will genug Zeit für mich und meine Familie haben. Ich will mich jeden Tag lange um meine Kinder kümmern können ohne Arbeiten zu müssen." Um dieses Ziel zu erreichen sind Zwischenziele nötig, z.B., dass man einen entsprechend einträglichen Beruf hat, ein weiteres großes Ziel ist auch, einen Job zu machen der einen völlig erfüllt und Spaß macht. Diese Ziele müssen in Einklang gebracht werden damit sie alle zur Geltung kommen. Dafür brauchen wir einen guten Plan und dieser muss auch umgesetzt werden und dass ist die nächste Gewohnheit.
  3. Das wichtigste zuerst. (Put First Things First).
    Bei dieser Gewohnheit geht es darum, die Dinge anzupacken, die einem den Zielen näher bringen. Covey geht besonders auf Quadrant 2 Aktivitäten ein. Also Aufgaben die beim Eisenhower-Prinzip in die Kategorie "Wichtig-Nicht Dringend" gehören. Denn diese Dinge werden meist nur rudimentär erfüllt, weil dringende aber unwichtige Aufgaben dazwischen kommen. Die Quadrant 2 Aufgaben sind von ausschlaggebender Bedeutung für den Erfolg, denn sie machen den Unterschied zu einem normalen Menschen, der gerade diesen Bereich vernachlässigt.Zu diesem Bereich hat Steven R. Covey ein komplettes Buch geschrieben: First Things First
    Diese Gewohnheit ist also die Weiterführung und Umsetzung von der zweiten Gewohnheit.
  4. Win/Win denken. (Think Win/Win)
    Bei unserem Handeln mit anderen Menschen sollten wir immer nach einem Gewinn für beide Seiten streben. Es ist nicht ganz leicht zu verstehen wie genau das gemeint ist. Beim Win/Win ist 1+1 mindestens zwei, oder sorgar mehr. Oft wird Win/Win mit Kompromissen verwechselt. Bei einem Kompromiss ist 1+1 aber weniger als zwei. Möglicherweise sogar weniger als eins. Ein schlechter Kompromiss ist es also dann, wenn beide Seiten besser stehen würden, wenn Sie nur ihr Ziel durchsetzten würden. Echtes Win/Win ist aber der Zugewinn für beide. Gute Angestelltenverhältnisse sind ein Beispiel für eine Win/Win Situation. Bei einer Gewinnbeteiligung z.B. entsteht of eine Win/Win Situation. Der Angestellte bekommt mehr und ist motivierter, ihm macht die Arbeit auch mehr Spaß und er hat am Ende mehr in der Tasche. Während er auch bei der Arbeit immer das Gefühl hat auch etwas für sich zu tun, nicht nur für den Chef. Für den Chef entstehen auch vorteile. Die motivierteren Arbeiter leisten mehr und das Unternehmen mach sogar nach der Gewinnbeteiligung ein Überschuss. Die Arbeiter sind wohlgesonnen und machen weniger Probleme. Insgesamt gewinnen tatsächlich alle.
     
  5. Erst versuchen zu verstehen, danach verstanden zu werden. (Seek First to Understand, then to be understood.)
    Alle Menschen wollen zuerst verstanden werden. Das führt dazu, dass sie solange nicht offen für eine andere Meinung sind, bis sie sich verstanden fühlen. Wenn wir also zuerst versuchen den Anderen zu verstehen, dann können wir danach wirklich unser Anliegen näherbringen, weil der Andere zuerst befriedigt wurde.
  6. Synergien schaffen. (Synergize)
    Dieser Punkt ist enorm wichtig um in vielen Bereichen gleichzeitig exzellent zu werden. Wenn wir uns auf einen Bereich konzentrieren, dann ist es nicht übermäßig schwierig hervorragende Leistungen zu vollbringen. Z.B. die Entscheidung Beruf oder Familie wird oft auf Kosten der Familie getroffen. Viele Spitzenleute erreichen dann zwar wunderbare Dinge in ihren Berufen, jedoch nur eine, wenn überhaupt, kümmerliche Beziehung zu Ihrer Familie. Auf dem Sterbebett kommt dann die traurige Erkenntnis, dass das wichtigste im Leben verpasst wurde. Auf der anderen Seite möchte man sich auch in seinem Beruf verwirklichen und seine Hobbys ausleben, Geld verdienen um Träume zu verwirklichen. Diese ganzen Dinge kann man unter einen Hut bringen, es ist nur verdammt schwierig. Je mehr Synergien wir schaffen, desto besser wird das gelingen. Irgendwann erreicht man dann eine kritische Masse in der auf einmal alles mit allem zusammen passt und man die völlige Herrschaft erlangt. Ein paar Beispiele: Hobby und Beruf- Im besten Fall wählt man direkt einen Beruf der eine Hobby Qualität einnimmt.  Also etwas, dass wir so gerne machen, dass wir es als Hobby wählen würden, wenn es nicht schon der Beruf wäre. Das ist eine der wichtigsten Synergien, aber auch kleinere sind wichtig. Z.B. Sport und Zeit mit den Kindern verbringen, wird zu Sport mit den Kindern machen. Wenn die Sportart sogar ein Hobby ist, dann hat man schon drei Dinge verbunden. Die Möglichkeiten sind endlos und fast alles lässt sich mit allem verbinden.
  7. Die Säge schärfen. (Sharpen the Saw)
    Covey beschreibt diese Gewohnheit mit einer Geschichte: Zwei Holzfäller sind im Wald, beide fällen Bäume. Es scheint so als würde der eine immer wieder eine Pause einlegen, während der andere dauerhaft und immer stärker versucht Bäume zu fällen. Do seltsamerweise fällt der mit den Pausen gleichmäßig einen Baum nach dem anderen, und der andere kommt nicht weiter voran. Als er dies sieht geht er zu dem erfolgreichen Baumfäller und fragt ihn, wie es sein kann, dass er so viele Bäume fällt wo er doch immer Pause macht. Er entgegnet, er mache keine Pause sondern er schärfe seine Säge.
    Die 7 Gewohnheit ist das ewige Lernen. Wie Laozi gesagt hat: "Lernen ist wie Rudern gegen den Strom, hört man damit auf treibt man zurück." Wenn wir unsere Fähigkeiten nicht immer wieder verbessern nehmen sie unbemerkt ab und wir werden schwächer und schwächer. Wann haben Sie zuletzt Ihre Fähigkeiten verbessert? Allein diese letzte Gewohnheit ist Gold wert. Ich merke persönlich merke das immer, wenn ich ein Buch aus der Success Literatur nach einiger Zeit erneut lese. Hätte man mich vor dem erneuten Lesen gefragt, ob ich noch alles weiß, dann hätte ich gesagt, dass ist zwei drittel oder mehr noch behalten habe. Aber nach ein paar Seiten merke ich, dass ich nur ein Bruchteil behalten hab und mir das zweite Lesen sehr viel bringt. Ich weiß nicht wie oft man so ein Buch lesen muss, um sagen zu können, dass man das meiste noch weiß, oder noch wichtiger, das meiste auch beachtet. Aber mit zwei oder auch fünf mal lesen wird es noch nicht getan sein. Eine gute Methode Bücher immer wieder auf zu frischen ist es, sich die wichtigsten Passagen an zu markern und alle paar Wochen nur diese Passagen zu lesen. Natürlich muss man etwas selektiv sein und nicht die Unart betreiben jedes zweite Wort zu markieren. Beachtet man das braucht man nur ein paar Minuten um eine ganzes Buch durch zu sehen. 


Diese Prinzipien haben alle gemeinsam, dass sie Zeitlos sind. Sie sind nicht von Kultur oder Alter abhängig. Sie lassen sich universell auf alles beziehen.

Covey teilt dabei die persönliche Entwicklung in drei Teile.

»Dependence« Also Abhängigkeit, ist die erste Stufe. So wie ein Mensch als Kind zum Überleben auf seine Eltern angewiesen ist. Hier fangen wir alle an und es gilt die dritte Stufe zu erreichen.
Wenn wir es schaffen die ersten drei Prinzipien zu meistern, dann verlassen wir die Abhängigkeit. Also Proaktiv sein; Zuerst das Ziel kennen und das wichtigste zuerst. Diese drei beschäftigen sich nur mit uns und machen unser persönliches Ziel aus.

Die zweite Stufe ist »Independence«, also Unabhängigkeit. Damit ist nicht einfach gemeint mit 18 Jahren tun und alles zu können was man will, einen eigenen Job zu haben und sich selbst zu versorgen. Es meint vielmehr, sich selbst zu kontrollieren. Selbst die Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Kein Jammern und Klagen, sondern handeln. Hier stehen wir, wenn wir die ersten drei Prinzipien gemeistert haben. Um zur nächsten Stufe zu gelangen müssen wir die nächsten drei Prinzipien meistern; diese machen das zwischenmenschliche Ziel aus.

Die dritte Stufe ist »Interdependence«. Also eine Gemeinschaft zu bilden und bewusst und willentlich gemeinsam voneinander Abhängig zu werden. Dieser Punkt ist sehr komplex und in kürze kaum zu erklären. Diese gegenseitige Abhängigkeit erwächst nicht aus schwäche, dass man andere braucht, sondern vielmehr aus stärke mit anderen so eng zusammen zu arbeiten, dass man von ihnen und sie von uns abhängig sind.

Dabei muss zuerst eine Stufe gemeistert werden, bevor die nächste erreicht werden kann.

Das siebte Prinzip, der ständigen Selbstverbesserung steht nicht isoliert auf einer Stufe sondern gilt immer für alle. Man ist mit der Entwicklung also nie fertig. Nur ewiges Lernen ist der Schlüssel zu dauerhaftem Erfolg. Das heißt auch, dass wir immer wieder an allen Prinzipien arbeiten müssen.

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