Polyphasischer Schlaf - Howto - Schlafmuster II

Um diese Seite zum ausführlichsten Informationsarchiv zum Thema polyphasischen Schlaf im deutschen Raum zu machen, folgen hier nun weitere Schlafmuster, die nicht zum Standard des polyphasischen Schlafs gezählt werden.

Die anderen Schlafmuster findest Du hier: Polyphasicher Schlaf - Schlafmuster.

Da-Vinci-Sleep  6 x 15min
Laut Claudio Stampi soll Leonardo nach einem modifizierten Uberman geschlafen haben. Er soll ebenfalls 6 Naps mit aber nur 15 Minuten Länge geschlafen haben. Die Quellen dafür sind hierfür nur »Why we nap« von Stampi. Mit 90 Minuten Gesamtschlafzeit ist dies das Schlafsystem mit der kürzesten Schlafzeit pro Tag. Claudio Stampi hat dieses Muster mit einer Versuchsperson ausprobiert, aber die Anpassung ist nicht gelungen. Mit längeren Naps hat es dann geklappt, was aber der Uberman war.
Lernen Sie so kurz zu schlafen wie Leonardo da vinciPersönliche Erfahrungen habe ich mit so kurzen Naps nicht. Aber es kann sein, dass manche Menschen mit diesem Muster ebenso klarkommen, wie andere mit Uberman. Ich denke, dass ist das gleiche wie mit Dymaxion. Für manch einen klappten nur 20 Minuten Naps, ein anderer kommt mit 30 Minuten klar und wieder ein anderer kann mit 15 Minuten auskommen. Ob es wirklich eine angeboren Tendenz dafür gibt, oder ob jeder, jedes Muster »lernen« kann, ist nicht erforscht. Bis jetzt deutet es aber darauf hin, dass es zu einem gewissen Grad angeboren ist.


SPAMAYL (Sleep Polyphasic as much as you like)  20min x ?
Dieses mir erst seit neuem bekannte System, basiert darauf, dass man immer einen 20 min Nap einlegt, sobald man müde wird, zwischen jedem Nap »müssen« 20 Minuten Wachzeit liegen, dabei sollte man Aufstehen und nicht im Bett sitzen bleiben. Es ist also ein Uberman, bei dem nicht feststeht wann und wie oft man schläft. Im Forum wird daher auch der Name SL-Uberman (Schedule-less Uberman) und OZ-Uberman (ohne Zeitplan Uberman, auch im Englischen wird die deutsche Bezeichnung verwendet, wobei das nicht offiziell ist.) Im Forum gibt es mindestens einen User, der danach seit ein paar Monaten schläft. Nach seiner Erfahrung pendelt es sich auf etwa 5 Nachtnaps und 2 Tagnaps ein. Insgesamt also 7x 20 Min am Tag.
kurzschlaf powernap polyphasischer schlaf
Der Vorteil liegt natürlich daran, dass man bei Müdigkeit einfach immer wieder einen Nap einlegt. Die Anpassung soll dadurch erleichtert werden. In der Anpassungsphase schwankt man sehr stark, zwischen wenigen und sehr vielen Naps pro Tag. An einem Tag ist man sehr müde und Napt ubermäßig viel ( 20x sind keine Seltenheit), dadurch ist man sehr erholt und bleibt zu lange Wach, wodurch man in die nächste Phase stürzt in der man oft schläft. Das soll sich nach etwa zwei Wochen einpendeln.

Zu beachten ist, dass man immer sofort einen Nap machen muss, sobald sich Müdigkeit anbahnt. Gegen die Müdigkeit zu kämpfen um noch einen Film, oder ähnliches zu Ende zu gucken ist Tabu. Das ist eine Sache die sicherlich viel Überwindung kostet, weil man oft soziale Anlässe verlassen muss, zumal das unkalkulierbar ist. Bei Uberman weiß man immerhin, wann der nächste Nap ist und kann das einplanen. Wenngleich es möglich ist etwas vorzuschlafen, sofern man weiß, dass man nicht zum Schlafen kommen wird. Dann legt man vorher ein paar Naps mehr ein, auch wenn man nicht müde ist.
Wenn ich wieder mehr Flexibilität in meiner Tagesplanung habe, werde ich dieses System auf jeden Fall ausprobieren, ehe ich Uberman mache, die Vorteile erscheinen mir erheblich zu sein. Ich frage mich aber, ob das Gehirn die Trennung von einem Nap zum anderen hinbekommt, wenn nur 20 Minuten dazwischen liegen. Pavlina hatte geschrieben, dass immer mindestens 90 Minuten zwischen den Naps liegen sollen, diese Regel würde hier regelmäßig nicht eingehalten werden. Aber es gibt auch keinen wissenschaftlichen Beweis, dass sie überhaupt nötig ist. Das es mindestens einem Schläfer gelungen ist, sich darauf anzupassen, spricht stark dafür, dass es funktioniert.

Vorteile
-Mehr Tagzeit
-Etwas flexibler als Uberman
-leichtere Anpassung

Nachteile
-Etwas mehr Naps als Uberman
-Schwierig zu kalkulieren, wann man schläft.


Triphasich 3x 90min
Dieses System ist mein neuer Liebling. Das größte Problem des polyphasischen Schlafes ist die Umwelt. Es ist sehr kompliziert soziale Aktivitäten mit einem strengen System, wie dem Uberman, zu vereinbaren. Dieses System bietet einen Kompromiss zwischen Schlafdauer und Flexibilität. Die drei Schlafetappen sollten möglich gleichmäßig über den Tag verteilt werden, wobei ich denke, dass man in der Nacht den Abstand etwas reduzieren kann. Dazu habe ich bis jetzt aber keine persönliche Erfahrung mit diesem Schlafmuster.
Insgesamt ist das Muster nicht so extrem streng wie Uberman und sogar flexibler, als Everyman. Man steht nicht unter solchem Druck immer sofort einzuschlafen, sondern kann ganz entspannt an die Sache rangehen und auch mal die Gedanken kreisen lassen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass man auf jeden Fall einen vollen Schlafzyklus bekommt. Wenn also wirklich jede Schlafphase auf Dauer wichtig ist, dann ist man auf der sicheren Seite.
besserer schlaf schlaftipps kennt jemand hausmittelDieses Schlafmuster stellt sich nicht völlig gegen den zirkadischen Rhythmus, wie es der Uberman macht. Wenn man zwei Mal in der Nacht schläft und einmal am Mittag, dann nutzt man den Schlafdruck in der Nacht, der durch die Abwesenheit von Tageslicht entsteht und man kann den dritten Schlaf in den Mittag legen, um das Mittagstief auszunutzen. Ein Blogger der mindestens 144 Tage nach diesem Muster geschlafen hat, schreibt, dass es nach seiner Erfahrung keine richtige Anpassungsphase zu geben scheint. Was wohl darauf zurückzuführen ist, dass man sich nicht gegen die Natur des zirkadischen Rhythmus stellt. Das bietet den weiteren Vorteil, dass man in Notfällen immer problemlos monophasisch schlafen kann, zum Beispiel, wenn soziale Anlässe anstehen. Beim Uberman und Everyman ist das nicht so leicht, weil man sich immer wieder die Anpassung kaputtmacht.

Nach meiner Überlegung sollte triphasischer Schlaf auch gut für die Gedächtnisleistung sein. Im Schlaf verarbeitet das Gehirn die Informationen, die wir über den Tag gelernt haben. Wenn wir nun drei Mal am Tag schlafen, dann muss das Gehirn nur kleine Happen verarbeiten. Bei monophasischem Schlaf hat das Gehirn keine andere Wahl als sechszehn Stunden an Informationen vital halten, bis es endlich zur Verarbeitung kommt. Viele Informationen, die wir am Morgen aufgenommen haben, sind am Abend nicht mehr präsent, weil zu viel Neues hinzugekommen ist. Obwohl das Langzeitgedächtnis praktisch unbegrenzt ist, so schaffen es die meisten Informationen nicht bis dahin. Studien haben eine signifikante Verbesserung der Gedächtnisleistung und des Lernens festgestellt, wenn man am Mittag einen 20 minütigen Powernap macht. Sogar noch besserer Ergebnisse wurden erzielt, wenn die Testpersonen einen 90 minütigen Mittagschlaf eingelegt haben.
Gleiches gilt auch für neue Bewegungsabläufe. Zum Beispiel wenn man eine neue Sportart lernt.

Vorteile
-Nur drei Schlafe ( Ich weiß ist ein Singulare tantum) am Tag
-Nutzung des zirkadischen Rythmus
-Kurze Anpassung
-Wahrscheinlich sehr gut fürs Gedächtnis 90 Min Schläfe sollen dafür besonders gut sein.

Nachteile
-Zeitgewinn geringer als Uberman


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Polyphasischer Schlaf - Übersicht
Polyphasischer Schlaf - Einleitung
Polyphasischer Schlaf - Schlafmuster

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Super Infos, Super BLOG :)

Anonym hat gesagt…

hallo,
zuallererst ein super lob. hab dein blog schon mehrmals weitergelsen. super interessant. jetzt hätte ich nur noch eine frage: sollten die abstände zwischen den naps gleichmässig sein? schule ist von 8-16 uhr und aufstehen tue ich im 6 uhr. mein nap ist dann bis 6 uhr aber dann bin ich mehr als 10-11 stunden aktiv. macht es überhaupt sinn Triphasich zu schlafen oder kann ich es jetzt knicken? meine anderen 2 naps würden dann in abständen von je 4 stunden stattfinden.
hoffe du kannst mir helfen :)

viele grüße

Anonym hat gesagt…

Großartig!

Haben ja im Jahr 2011 hin und wieder mal Nachts Infos ausgetauscht.
Freut mich sehr, dass du dich noch so viel mit dem Thema beschäftigst.
Ich selber musste leider aus beruflichen Gründen bis jetzt völlig auf monophasischen Schlaf bauen. Aber dieses System sollte ich irgendwie in meinen Ablauf hineingebastelt bekommen! :-)
Vielen dank dafür! :-)

Lg, Robin

NLPete hat gesagt…

Hallo Robin,

auch wenn Du beruflich zeitlichen Einschränkungen unterliegst, hast Du noch mindestens 2 Mehrphasenschlaf-Systeme zur Auswahl: Biphasisch und Siesta, die einander bis auf die Dauer des Nickerchens stark ähneln.
Du schläfts nachts 6 Stunden und am späten Nachmittag bzw. nach der Arbeit noch einmal 30 Minuten bzw. 90 Minuten.

Das geht auch bei Berufstätigen meist gut und ist ein guter Einstieg in die Adaption für die anspruchsvolleren Schlafsysteme.

Greetings
NLPete

Louis Andrews hat gesagt…

Ausschlafen ist äußerst wichtig für jedermann. Um einen Tag gut verbringen zu können, muss man voll Energie sein. Und obwohl ich den ganzen Tag zu Hause verbringe, indem ich mich bei Site aufhalte, brauche ich deswegen nicht weniger Energie…