Kommentar zum Spiegel Artikel vom 16.06.2011

Einige haben vielleicht den Spiegel Artikel vom 16.06.2011 über polyphasischen Schlaf gelesen (Link). Viele sind wohl auch nur deshalb auf diesen Blog gekommen. Nun möchte ich aber ein paar Sachen zu dem Machwerk loswerden. Ich gehe einfach den Text durch und zitiere ein paar Stellen, gefolgt von einem Kommentar und am Ende einem Fazit.

Es ist ist anzumerken, dass meine Beurteilung nicht nur auf meiner Meinung beruht, sondern ich zwei weitere Personen, die beide längere Zeit polyphasisch geschlafen haben, gefragt habe und beide zu dem gleichen Schluss kamen.

Da hat sich also ein fudder.de Mitarbeiter an den Uberman gewagt und folgendes kam dabei raus:


"Ärzte sagen, dass man für die Umstellung bis zu drei Wochen braucht."

Welcher Arzt hat das denn gesagt? Da hat wohl jemand Claudio Stampi gelesen und gleich mal die Quelle verschwiegen. Oder etwa sogar meinen Blog? Ich will mal nichts unterstellen, aber man muss wissen, dass sich so gut wie kein Arzt bis jetzt in wissenschaftlicher Weise dem polyphasischen Schlaf gewidmet hat. Der einzige wäre Claudio Stampi und die Ärzte die damals Buckminster Fuller überwacht haben. Die sind nun alle nicht mehr, wen hat er also gefragt? Scheinbar haben es ja sogar mehrere gesagt. Eine herrschende Lehre in der Medizin, dass die Poly Adaption bis zu drei Wochen dauert, gibt es nicht.


"Ich wähle die harte Tour und gebe mir eine Woche bei laufendem Uni-Alltag."

Schon hier fängt der Text an lächerlich zu werden. Die Adaption dauert nunmal einige Zeit und da kann man auch mit Mühen und Wollen nichts dran ändern. Der Student entscheidet aber für sich, er brauche nur eine Woche und das ist Blödsinn.


"Und tatsächlich: Irgendwann ist der Schlafbeat in meinem Körper. Nach Tag drei hört die ständige Müdigkeit auf. Nach Tag Vier werde ich schon automatisch nach 20 Minuten wach."

Ich kann ja verstehen, dass er anfangs Einschlafschwierigkeiten hatte und bis hierhin mag das auch alles so passiert sein, aber dann nach Tag drei hört die Müdigkeit auf? Nach Tag vier wird er automatisch wach? Wohl ein geborener Übermensch oder jemand, der ab hier anfängt zu schwindeln. Das man auch schon in der ersten Woche bei zwei oder drei Naps von alleine aufwacht, kann passieren, hat aber mit Adaption noch nichts zu tun und klappt erst recht nicht bei jedem Nap.
Zu seiner Verteidigung muss man sagen, auf seinem Blog sagt er in einem Video, dass er noch nicht ganz angepasst ist. In dem Spiegel Artikel nimmt er es aber nicht so genau.


"Um 23 Uhr steht ein Nap an. Ich drücke meinem Kumpel Drösel mein Bier in die Hand, sage "Halt mal kurz" und ziehe die Schlafbrille über. Mitten im Tumult penne ich ein."

Dass jemand, der vollständig an den Uberman angepasst ist (3 Wochen+), auch bei Lautstärke einschlafen kann, entspricht der Realität. Aber dass jemand, der zuvor Alkohol! (Den Schlafkiller Nummer eins) getrunken hat und erst eine Woche Uberman schläft, das schaffen soll, ist absoluter Humbuk. Derzeit geht man davon aus, dass die entscheidene Schlafphase für den polyphasischen Schlaf der REM Schlaf ist. Genau auf diesen nimmt Alkohol einen sehr negativen Einfluss.

"In diesem Moment, als ich vom Augustinerplatz zurückkomme, merke ich erstmals, dass irgendwas nicht richtig sein kann. Erholung geht nicht in 20 Minuten. "

Geht schon, aber eben nicht, wenn man nicht wirklich polyphasisch schläft und erst recht nicht, wenn man sich besäuft.

"Das Wochenende verbringe ich komplett hinter meinem Schreibtisch, trotz perfektem Badesee-Wetter. Meine Freunde liegen ohne mich am Strand. Ich muss lernen. Muss arbeiten. Muss die To-Do-Liste abarbeiten."

An dieser Stelle merkt man, dass der Autor sich nicht gut mit der Thematik auseinander gesetzt hat. Er vermittelt ein Bild, dass polyphasische Schläfer nicht mehr ohne Arbeit können und nur noch von und durch sie leben. Ich gehe davon aus, dass er sich die Unsrigen auch genau so vorstellt. Da hat er sich scheinbar den Teil mit der To-Do-Liste durchgelesen und wusste es nicht besser in den Text unterzubringen. Die To-Do-Liste dient natürlich nur für Fälle, wenn man nicht weiß was man tun kann und stellt keine sklavische Bindung dar.

Ich selbst verbringe die größte Zeit der Anpassung an der frischen Luft, gehe spazieren und entspanne in der Natur. Das hält einen wach und nicht etwa das Lernen von Vokablen wie der Herr Student es beschreibt.


"Der Schlafrhythmus macht das Ausgehen schwierig und alles Aktive unmöglich. Ich kann mir nichts anderes mehr vorstellen, als die Wachphasen mit Lernen zu füllen."

Ich denke das meiste habe ich bereits gesagt. In der Realität ist es vielmehr umgekehrt, Aktivitäten gut- Lernen schlecht; obwohl es natürlich auch geht, aber nunmal nicht besser als Aktivitäten an der frischen Luft.

"Der Uberman hat für mich nicht funktioniert. Ein Teufelskreis setzte ein: Sport, Ausgehen, Freunde treffen, all das konnte ich nicht machen, weil ich dafür zu müde war."

Seltsam, da war er zu müde und das obwohl er schon am fünften Tag seine Anpassung bewältigt hatte. So verstrickt man sich. Es ist richtig, dass Sport nicht so gut funktioniert, wenn man polyphasisch Schläft, aber das betrifft Leistungs- und Kraftsport.


In seinem Artikel bei fudder.de (Link) schreibt er dann noch folgendes:

"Die ersten drei Tage waren schrecklich. Mein Körper fühlte sich dumpf an, abgenutzt und fiebrig."

Die ersten drei Tage hab ich eigentlich immer als recht angenehm empfunden, erst danach ging es bergab. Komisch.


"Nichts, was Körper und Geist kaputt macht, lohnt den Aufwand um ECTS-Punkte, Sitzscheine, Hausarbeiten, Praktika und Überstundenboni."

Da hat der Mann recht, sowas sollte man bleiben lassen. Nur macht polyphasischer Schlaf den Körper und Geist nach derzeitigem Kenntnisstand eben nicht kaputt. Aber woher soll man wissen wie es sich anfühlt, wenn man es selbst nicht gemacht hat.


Fazit:

Meiner Meinung nach hat sich da jemand halbherzig an ein Projekt gewagt, dass eine Nummer zu groß für ihn war. Er ist wahrscheinlich nach ein paar Tagen gescheitert und wollte nun sein Geld aber trotzdem bekommen. Deshalb hat er sich den Rest ausgedacht und dabei schlecht recherchiert und sich dadurch entlarvt. So oder so wären zwei Wochen unter allen Umständen zu kurz um eine qualifizierte Meinung über polyphasischen Schlaf abgeben zu können, aber das sei mal dahingestellt.

Am Schluss kommt der Artikel zu einem allzu passenden Ende. Polyphasischer Schlaft funktioniert, ist aber Mist, man sollte bei dem normalen Schlaf bleiben, sonst geht Körper und Geist kaputt und man hat keine Freizeit mehr. Ja da sind alle glücklich und die Kinder können beruhigt schlafen. Inszenierung pur.


"Aber diese Leistung – das habe ich nun nach zwei Wochen ohne Erholung gemerkt – schmeckt nur noch dann, wenn man sie mit Entspannung in einen Kontrast setzen kann."

Das ist Ansichtssache, sechs Naps am Tag empfinde ich als sehr große Erholung. Ein Spieleabend mit Freunden und Famile, schaffende Kunst, wissenschaftlich arbeiten. Das alles und vieles mehr sind für mich Erholung und alles mit polyphasischem Schlaf machbar. Manches auch nur dadurch, weil man erst so die Zeit dafür hat.
Ich denke aus diesem Grund ist polyphasischer Schlaf ein Werkzeug der großen Macher der Weltgeschichte. Solche arbeiten der Arbeit wegen und für ein höheres Ziel und nicht etwa für Geld oder gute Noten. Und dafür ist der polyphasische Schlaf gedacht, das hat unser Student nicht verstanden.


Weitere Infos darüber wie polyphasischer Schlaf funktioniert gibs hier:

Polyphasischer Schlaf - Howto - Übersicht
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Update?!

Entschuldigt bitte, dass es lange kein Update gab. Ich hab superviel um die Ohren, im Moment stehen Kommunalwahlen bei uns an, bei denen ich antrete. Dann ist der Unistoff (Jura!) nicht gerade wenig  und zu allem Überfluss mache ich mich neben bei gerade Selbstständig. Arbeiten muss ich nebenbei auch, von irgendwas muss man ja leben. Andere Projekte, die ich eigentlich am Laufen habe kommen zu kurz, so auch leider dieser Blog, es fehlt mir einfach jede Minute. Ich hoffe aber, dass sich das stätestens zur Vorlesungsfreienzeit wieder legt und ich dann auch ein paar schöne Beiträge schreiben kann. 

Mit Everyman läuft es leider auch nur so halbwegs, ich versuche Naps zu machen, wenns geht und es tut auch verdammt gut dieses Instrument in der Hand zu haben, aber leider ist es mir nicht möglich wirklich das Schlafmuster einzuhalten, weil einfach so gut wie immer etwas dazwischen kommt. Das zwingt mich dann in der Nacht länger zu schlafen, als es für Everyman gut wäre.

Das ganze ist auch ein regelrechter Teufelskreis, denn der Stress macht mir das Aufstehen nicht einfacher. Es entsteht eine gewisse Demotivation, da ich manchmal das Gefühl habe von der Masse an Arbeit erschlagen zu werden. Da kann es schonmal sein, dass man einfach platt im Bett liegen bleibt, was natürlich in noch weniger Zeit resultiert. Der volle Terminplan hintert mich am Polyphasischen Schlaf, was viel Nachtschlaf bedeutet und wiederum weniger Zeit. Ich werd mir überlegen, wie ich das bewältigen kann und dann den ein oder anderen Artikel darüber schreiben.

Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 15-26

So nun nach langer Zeit mal wieder ein Update.

Inzwischen ist einiges passiert. Zum einen sind die Naps immer besser geworden und 25 Minuten Wecker reicht gut aus.

Dann ging es allerdings schnell abwärts mit mir. Zuerst gab es einen Video Abend mit Freunden, wo ich mich nicht zu einem Nap durchringen wollte, obwohl es mir angeboten wurde. Ich habe stattdessen einen Liter gründen Tee getrunken, und das war vielleicht nicht die beste Idee. Der nächste Nap war dann ein verspäteter 3 Uhr Nap und obwohl ich nicht übermäßig müde war habe ich gleich 90 Minuten verschlafen. Das war eher ein Mangel an Disziplin, als unvermeidlich.

Durch diese kleine Aktion war ich irgendwie mit den Naps durcheinander und konnte mich erst zwei Tage später wieder ordentlich einpendeln. Die nächsten Tage fühlte ich mich etwas schwach und vor fünf Tagen hatte ich dann eine Mandelentzündung. Als Konsequenz musste ich leider erstmal ein Fallback auf Everyman machen und halte nun einen core-sleep von 4,5 Stunden. Das ist zwar höchst ärgerlich, aber mit der Gesundheit sollte man lieber nicht zu viel Schindluder treiben.

Langsam klingt die Mandelentzündung schon wieder ab. Ich werde nun sehen ob ich erstmal noch ein paar Tage bei Everyman bleibe und wann ich wieder auf Uberman switche. Für die Anpassung sollte es nicht so schlimm sein, also wird die Rückkehr auf Uberman leicht gelingen.

Im nächsten Update gibs dann Informatione, wie es mir so mit dem Everyman ergeht.


Siehe auch: 
Polyphasischer Schlaf - Neustart
Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 1-3 
Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 4-6
Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 7-9 
Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 10-14 

Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 10-14

Mit etwas Verspätung kommt hier das nächste Update. Keine Sorge ich hab nicht aufgegeben.

Die Anpassung schreitet langsam aber sicher voran. Ich hatte jetzt unregelmäßig ein paar Naps bei denen ich vor dem Wecker aufgewacht bin und mir das aufstehen auch ziemlich einfach fiel. Die Naps mit längeren Träumen nehmen auch langsam zu.

Ich hatte sogar am 12 Tag in der Nacht von 5:25-7:00 Uhr eine produktive Phase in der ich konzentriert an meiner Hausarbeit schreiben konnte. Normalerweise ist diese Phase nämlich die schlimmste von allen. Auch die Tagesmüdigkeit ist so gut wie verschwunden.

Die Rückenschmerzen besser sich auch. Darüber bin ich besonders glücklich, denn konzentrierte Schreibtischarbeit ist damit eine Qual gewesen.

Crysis Warhead ist nun auch der Nacht zum Opfer gefallen. Dabei bemühe ich mich schon wirklich nur zu spielen, wenn ich für sinnvolle Tätigkeiten zu müde bin, aber diese Spiele sind einfach zu schnell durchgespielt, selbst auf höchstem Schwierigkeitsgrad. Als nächstes steht Assassins Creed auf meiner Tagesordnung, mal sehen wie viele Tage das hält.

Meinen Fleischkonsum versuche ich fast völlig einzustellen um die Anpassung noch zu verbessern. Biologisch hat das den Hintergrund, dass Fleisch sehr schwer verdaulich ist und daher primär in der Nachtzeit verarbeitet wird, wenn dem Körper für die Verdauun mehr Energie zur Verfügung steht. Da ich diese Ruhephase nicht habe muss mein Körper sich die Energie abzweigen wärend ich wach bin, das macht natürlich müde. In der Tierwelt soll dieses Phänomen auch zu beobachten sein. Reine Fleischfresser z.B. Katzen schlafen und dösen den größten Teil des Tages. Tiere die gemischt fressen z.B. Menschen schlafen immernoch einen großen Teil des Tages. Reine Pflanzenfresser z.B. Pferde oder Kühe, fressen zwar den ganzen Tag aber schlafen nur sehr kurze Zeit. Da bis Heute nicht sicher gesagt werden kann, welche Funktion der Schlaf eigentlich einnimmt, ist das natürlich Spekulation.

Das wars erstmal. In ein paar Tagen dann das nächste Update.

Weiter zu:
Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 15-26 

Siehe auch: 
Polyphasischer Schlaf - Neustart
Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 1-3 
Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 4-6
Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 7-9 

Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 7-9

So die nächsten drei Tage sind wieder geschafft und hier kommt das Update.

Hier gehts zu den früheren Tagen:
Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 1-3 
Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 4-6

Leider ist es nicht so leicht weiter gegangen wie Tag sechs andeuten ließ. Die siebte nacht war schon erheblich anstrengender und zwischen drei und fünf Uhr war es so schlimm, dass ich mich nur durch einen langen Spaziergang in der eisigen Kälte, wachhalten konnte. Um fünf bis um elf war ich immernoch zu müde um etwas produktives zu machen. Deshalb habe ich wieder gebacken und zwischendurch PC gespielt. Als erstes habe ich mir Crysis vorgenommen, auf Schwierigkeitsgrad Delta.

Den Wecker stelle ich inzwischen nur noch auf 27 Minuten, zu Beginn habe ich ihn noch auf 35 Minuten gestellt. Wie ich schon anklingen lassen habe, benutze ich dazu immernoch meinen Laptop mit der Lost Uhr von Hier. Angeschlossen an eine Verstärker im Wohnzimmer. Die Boxen stehen dann im Schlafzimmer, so muss ich zum Ausschalten durch die ganze Wohnung. Um auf Sicher zu gehen schließe ich Schlafzimmer und Wohnzimmer Tür ab und lege den Schlüssel in andere Räume.

Die Zwischennaps um fünf und neun Uhr halte ich auch weiterhin. Je nachdem wie die nächsten Tage werden, versuche ich zunächste den um Fünf und dann um Neun abzubauen.

Am achten Tag war die Nach regelrecht höllisch. Nach dem fünf Uhr Nap musste ich wieder nach Draußen spazierengehen. Selbst dabei wäre ich beinahe eingeschlafen. An der Natur geht aber wenigstens eine gewisse schlechte Stimmung weg, die man manchmal bekommt, wenn man sehr müde ist. An der friedlichen Natur muss man einfach gute Laune bekommen. Und da gerade fast Vollmond und sternenklarer Himmel ist, ist das ganze nochmal schöner.

Jetzt zu den schlechten Nachrichten.

Ich habe bösartige Rückenschmerzen in der Kreuzgegend bekommen. Da ich ja fast die ganze Zeit nur am Computer arbeite ist das besonders störend. Ich kann mir gut vorstellen, dass das mit dem Polyphasischen Schlaf zusammen hängt. Beim ersten Mal habe ich zwar keine bekommen, oder ich weiß es wenigstens nicht genau, also waren sie wohl nicht so schlimm, aber die kurzen Schlafzeiten sind wahrscheinlich nicht ausreichend um die Bandscheiben wieder ausreichend mit Flüssigkeit zu füllen. Das macht den Rücken empfindlicher und legt den Grundstein für Rückenschmerzen.
Als Gegenmaßnahe mache ich jetzt jeden Tag ein paar Übungen um die Rückenmuskulatur zu stärken. Ich hoffe nur das hilft, denn die Rückenschmerzen sind im Moment schlimmer als die Müdigkeit.

Zu allem Überfluss habe ich dann auch noch Crysis durchgespielt. Es hat mich wirklich wunderbar abgelenkt und wach gehalten. Zum Glück gibt es ja noch das Addon Warhead, welches ich mir gleich mal besorgt habe.
Am neunten Tag ist es dann passiert. Ich habe mich um 23 Uhr nichtsahnend hingelegt und bin zwölf Stunden!!später aufgewacht. Ich habe keine Ahung warum ich nicht durch den Wecker wach geworden bin, oder wie ich den unbemerkt ausgemacht haben kann. Das schlimme ist ich war nichtmal besonders müde als es den Nap gemacht habe und nach den zwölf Stunden fühlte ich mich auch nicht vollständig erholt. Leider hat auch Konrad mich nicht angerufen, weil der zunächst unterwegs war und wir uns deshalb nicht abgesprochen haben.

Das wird mich natürlich nicht aufhalten, ist zwar ärgerlich und macht die Adaption nochmal unnötig schwieriger, aber da muss ich durch. Um das in Zukunft zu verhindern, habe Konrad und ich abgesprochen, dass wir uns nun auch ohne Absprache immer Anrufen werden. Zusätzlich werde ich noch sorgfältiger beim Wecker stellen vorgehen.

Im Anschluss habe ich versucht ganz normal alle Naps zu machen. Ein Fehler wäre es in dieser Situation nun so lange zu warten bis man wieder müde wird. Beim 15 Uhr Nap ist es mir auch gelungen einzuschlafen, beim 19 und 23 Uhr Nap dagegen nicht. Das sind auch die Nap bei denen mein Schlafdruck am geringsten ist.

Um das Beste draus zu machen, habe ich gleich mit meiner Hausarbeit im Strafrecht angefangen. Ich bin gespann wie gut ich in den nächsten Tagen damit voran komme.

Werte gibs immer noch nicht. Ich habe weder schon genug gesammelt, noch die Zeit für eine anständige Auswertung gefunden. 

Das solls auch schon wieder gewesen sein, in drei Tagen gibs das nächste Update. 

Siehe auch: 
Polyphasischer Schlaf - Neustart
Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 1-3 
Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 4-6

Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 4-6


Nun ist auch die sechste Nacht überstanden, also wieder Zeit für ein Update.

Hier gehts zu den früheren Tagen:
Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 1-3 


Die vierte Nacht war etwas härter, als die dritte, aber ich habe mich mit Backen gut beschäftigen können. Das ist mitunter das beste was man machen kann um wach zu bleiben. Man ist leicht körperlich und geistig aktiv, aber auch nicht zu stark gefordert. Und man bekommt am Ende eine leckere Belohnung. Diesmal gab es Cantuccini, sind sehr lecker geworden.

Die Nächte waren bis jetzt noch alle sehr erträglich. Die Müdigkeit schwankt erheblich, in der fünften Nacht hatte ich das erste mal eine Phase von sehr starker Müdigkeit zwischen dem 3:00 Uhr Nap und dem 5:00 Uhr Reservenap, sowie zwischen diesem und dem 7 Uhr Nap. Wobei letztere Phase, die bis jetzt schlimmste war. Aber auch nach dem 7 und 9 Uhr Nap war ich noch ziemlich müde, das hat sich diesmal bis zum 15 Uhr Nap hingezogen.

Trotz Müdigkeit sind die kognitiven Fähigkeiten noch ziemlich gut, aber nahezu wertlos, denn die Müdigkeit treibt die Motivation in den Keller. Ich könnte mich also Konzentrieren, wenn ich wollte, aber ich will nicht, weil ich keine Motivation zu wollen habe.

Mein Zeitgefühl ist auch schon schwer angeschlagen. Hätte ich nicht genau Buch geführt wüsste ich nicht wie viele Tage vergangen sind. Ich habe leider auch sehr häufig meinen Blutdruck nicht gemessen. Teilweise aus Faulheit und teilweise weil ich es vergessen habe. Es reicht aber denke ich schon aus, wenn man ein paar Werte hat, aus denen man ein Tagesmittelwert bilden kann. So lassen sich die Auswirkungen durch die Adaption hinreichend feststellen.

Die sechste Nacht ging wieder viel einfacher, als die fünfte und vierte Nacht vorüber. Das könnte ein Zeichen sein, dass der Tiefpunkt überschritten ist und es bergauf geht, obwohl ich das nicht wirklich glaube, denn richtig hart war es bis jetzt nicht und zombiemäßig war ich auch noch nicht drauf. Ich weiß nicht, ob das daran liegt, dass mein Körper das schonmal durchgemacht hat oder ob ich diesmal einfach härter in Nehmen bin. Subjektiv kam mir das beim ersten mal jedenfalls viel viel härter vor. Auch bei Konrad zeigt sich das gleiche, wenn also nicht noch der große Absturz kommt, kann bei der Adaption für uns nichts mehr schiefgehen.

Eine Erklärung könnte sein, dass ich diesmal bis auf den kleinen Ausrutscher am Anfang, nicht verschlafen habe. Das ist beim ersten mal am laufenden Band passiert und hat dadurch die Adaptionsphase sehr lange hingezogen. Hierin besteht wohl der größte Vorteil, wenn man zu zweit Anfängt.

Einen von den super erholsamen Naps, nach denen man putzmunter aufwacht und denkt man habe 6 Stunden verschlafen, hatte ich leider noch nicht. Aber ich bin zuversichtlich und gespannt auf die nächste Nacht, wenn es jetzt nicht wider erwarten nochmal härter wird, dann ist die kritische Phase der Adaption diesmal leicht überwunden worden. 
Siehe auch: 
Polyphasischer Schlaf - Neustart
Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 1-3

Polyphasischer Schlaf - Neustart - Tag 1-3


Die ersten drei Tage sind schonmal erfolgreich rumgegangen. Wie versprochen gibt es diesmal ein bisschen Bloggig zu meinen täglichen Erfahrungen.

Sehr erfreulich ist, dass der Blogger Konrad Erzberger sich entschlossen hat, gleichzeitig mit mir, auch mit polyphasischem Schlaf anzufangen. Das ist extrem hilfreich um Motivationstiefs in den Nächten zu überstehen.

Der erste Tag war unproblematisch. Beim ersten Nap, um 3:00 Uhr am 19. konnte ich nicht eingeschlafen, aber schon der zweite war ziemlich erholsam. Die anderen Naps waren im Schnitt ziemlich gut, ich denke da kommt mir die Erfahrung zugute, die mein Körper mit den Naps schon hat. Mir kam es sogar bei den meinsten Naps so vor, als hätte ich geträumt, verbunden mit ein bisschen Zeitdiletation. Das ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen. Beim 7 Uhr Nap habe ich um ca. 30 Minuten verschlafen. Offensichtlich habe ich im Halbschlaf die Wecker neu gestellt und einen Nap dran gehängt. Schlimm ist das nicht, solange es unter 90 Minuten bleibt.

Die zweite Nacht war etwas härter, besonders die Phasen kurz nach einem Nap sind schwierig.
Der Tag ging gut vorrüber und ich konnte produktiv Arbeiten.

In der dritten Nacht habe ich das erste mal etwas verschlafen. Nach ca. 90 Minuten bin ich zum Glück von alleine aufgewacht. Offensichtlich bin ich  im Halbschlaf augestanden und habe den Wecker ausgestellt.

Als Gegenmaßnahme schließe ich das Wohnzimmer, wo ich den Laptop ausstellen muss, ab und lege den Schlüssel in ein anderen Raum. Ich bin dann hoffentlich wieder Herr meiner geistigen und körperlichen Kräfte, wenn ich bis zum Laptop vorgestoßen bin. Zusätzlich habe ich mit Konrad abgemacht, dass wir uns anrufen, wenn sich einer nicht nach 45 Minuten über Skype meldet. Das geht sehr gut, weil wir leicht versetzte Schlafphasen haben.

Bei dem 23 Uhr Nap konnte ich komischerweise alle drei Male nicht einschlafen, aber das wird sich auch schnell legen. Insgesamt scheint die Adaption sehr erfolgreich zu verlaufen. Ich bin gespannt, wann es richtig hart wird und ob es diesmal einfacher, als beim ersten mal wird.  

Um die Anpassung zu erleichtern versuche ich die folgenden Dinge zu brücksichtigen.
  • Nach jedem Nap eine Kleinigkeit essen, viel Obst und Vollkornprodukte, wenig Fleisch. Kurz vor einem Nap versuche ich garnichts zu essen und große Mahlzeiten Teile ich mir auf mehrere Naps ein.
  • Wenn ich vor einem Nap nicht müde genug bin, lese ich solange bis der Schlafdruck groß genug ist. Wenn ich sehr müde bin gehe ich etwas Spazieren, das hält wach, dreht einen aber den Kreislauf nicht total auf.
  • Vor jedem Nap lüfte ich das Schlafzimmer.
  • Das Monitor Gamma runterstellen und regelmäßig Augentropfen einehmen. Bei goßer Müdigkeit vergesse ich nämlich häufig genug zu blinzeln und die lange Wachzeit ist eine besondere Belastung für die Augen.


Das wars erstmal für die ersten drei Tage. Medizinische Werte habe ich noch nicht in ausreichender Menge gesammelt, die kommen dann später.

Weiter zu:
Siehe auch:
Polyphasischer Schlaf - Neustart

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Polyphasischer Schlaf – Neustart


Viele Leser haben sich gefragt wie lange ich eigentlich Polyphasisch geschlafen habe und ob ich vielleicht immernoch tue. Nach Überman habe ich volle fünf Monate, ohne Unterbrechung geschlafen. Ich fühlte mich auch immer Gesund und Leistungsfähig.

Abgebrochen habe ich dann zwangsweise. Aufgrund meiner Teilnahme an dem WSOP Main Event 2010 in Las Vegas, war es mir für zwei Wochen nicht möglich das Schlafsystem durchzuführen. Nach so langer Zeit ist die Anpassung natürlich hinüber und ich hätte ganz neu anfangen müssen. Dazu fehlte mir ersteinmal ein bisschen die Motivation und auch die Zeit. Danach fing mein Studium an. Mitten drin wollte ich mir die Anpassung da nicht antun. Heute habe ich dann meine letzte Klausur fürs Semester geschrieben und damit fängt die Vorlesungsfreie Zeit für mich an. Nur eine Hausarbeit muss ich irgendwie bis zum 04.04 fertig bekommen, aber das wird kein Problem sein.

Somit hat sich also erst jetzt wieder die Chance ergeben mit dem Polyphasichen Schlaf anzufangen. Es soll auch wieder Uberman sein, denn die Schrecklich langwierige Adaption von Everyman ist mir zu wider. Lieber "kurz" und dafür härter. Eine gewisse Extreme ist für mich auch ein stärkerer Motivationsgrund, gerade jetzt wo ich weiß, dass es wirklich funktioniert. Dass war mir beim ersten mal nicht mit Sicherheit klar. Damals bin ich deshalb auch erst mit dem Everyman eingestiegen, weil ich mir wenigstens vorstellen konnte, dass das funktioniert. Als ich dann gemerkt habe, dass ich wirklich eine Anpassung durch machte und jeder Nap immer besser wurde, war mir klar, dass es grundlegen funktioniert. Das führte damals dazu, dass ich nach zwei Wochen Everyman einfach nach Uberman geschlafen habe, und es hat funktioniert! Eine harte Einstiegsphase gabs natürlich trotzdem, aber das war gut zu schaffen.  

Diesmal gibt es auch ein bisschen Blogging zu den einzelnen Tagen der Anpassung. Das habe ich letztes mal nicht gemacht, weil ich das ganze erst nur für mich ausprobieren wollte und dem Projekt eigentlich auch keine großen Chancen zugesprochen habe.

Dazu werde ich nach und vor jedem Nap meine Temperatur, Blutdruck und Puls messen, vielleicht stelle ich die Werte nach ein paar Tagen auch online, jedenfalls werde ich über das Ergebnis berichten.

Meine Schlafzeiten sind wieder die gleichen wie letztes mal:

  • 3:00-3:20
  • 7:00-7:20
  • 11:00-11:20
  • 15:00-15:20
  • 19:00-19:20
  • 23:00-23:20

Zu Beginn werde ich regelmäßig einen weiteren Nap um 5 und 9 Uhr einschieben. Das hilft erstens über die harte Nachtzeit hinweg und könnte sich sogar positiv auf die Anpassung auswirken. Je mehr Naps, desto öfter hat der Körper einen "Lehrneffekt", ob das in der Praxis so ist wird sich zeigen. Es soll jedenfalls nicht negativ sein, solange mindesten 90 Minuten zwischen den Naps liegen.

Nach ein paar Wochen werde ich dann anfangen die Tag Naps weiter auseinander zu legen und die Nacht Naps näher zusammen. So bleibt mir ein größerer Freiraum irgendetwas zu Unternehmen. Damit habe ich innerhalb der fünf Monate schon Erfahrungen gesammelt. Ich werde dann experimentieren, inwieweit das zu optimieren ist.

Weiter zu:
Polyphasischer Schlaf - Neustart Tag  1-3 
Siehe auch:
Polyphasischer Schlaf - Einleitung
Polyphasischer Schlaf - Übersicht

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 Wer kennt solche Anzeigen nicht, sie nerven und verlocken unzählige naive Menschen ihr Geld zu verzocken.

Das gehört zwar nicht wirklich auf diesen Blog, aber das Thema beschäftigt mich schon lange und die mangelnde Logik (Lehre des vernünftigen (Schluss-)Folgerns) vieler Zeitgenossen ist erschütternd. Man kann es vielleicht auch so sehen, dass zur persönlichen Entwicklung auch gehört, dass man Betrug erkennt, seine eigene Gier beherrscht und nicht auf Kosten der Vernunft außer Kontrolle geraten lässt. Auch muss ein denkender Mensch in der Lage sein, seine eigene Ignoranz und die der Masse zu überwinden und tiefgreifende Fragen zu stellen, um der Wahrheit - nicht einer herbeigewünschten, sondern einer durch Logik erstrittenen - möglichst nahe zu kommen. Es gilt zu lernen das primitive und beschränkte Denken zu verlassen und unvoreingenommen und objektiv mit Hilfe der Vernunft, unabhängig von Autorität und Masse der Andersdenkenden, nach der Lösung jedes einzelnen Problems zu forschen.

Die Situation ist die Folgende: Unzählige billige Internetpräsenzen und Youtube Videos preisen den ganz einfachen, sicheren und legalen Weg an im Internet Geld zu machen. Dazu stellen sie ein System vor, bei dem man in online Casinos Roulette spielt und einen Chip ( beispielsweise 1$) auf eine Farbe setzt. Verliert man so verdoppelt man seinen Einsatz. Verliert man wieder verdoppelt man erneut.

Die Idee:

Gewinnt man in der ersten Runde hat mein einen 1$ gewonnen
Gewinnt man in der zweiten Runde hat man auch einen 1$ gewonnen, denn in der ersten verliert man seinen Einsatz, also einen Dollar. In der zweiten setzt man das Doppelte also 2$. Man gewinnt das Doppelte also 4$. Der Einsatz war 1$+2$, also 3$ Einsatz und 4$ Gewinn, macht 1$ Reingewinn.

Das gleiche gilt auch, wenn man in späteren Runden gewinnt, wenn z.B. 5mal die falsche Farbe kommt und danach die richtige:

Einsatz: 1$+2$+4$+8$+16$+32$=63$ ,
Einsatz in der letzten Runde: 32$, also 64$ Gewinn
->; Reingewinn: 1$

Klingt logisch. Warum es in der Praxis nicht funktioniert werden wir unten sehen.
Das System heißt übrigens Martingale (Martingalespiel) und ist so alt wie Roulette selbst (eigentlich sogar älter). Diese kleingeistigen Abzocker haben es sich nicht selbst ausgedacht (Wär aber auch keine große Leistung).


Aber zuerst versuchen wir, mit reiner Logik zu erkennen, warum das System einen Haken haben muss.
Sokrates löste solche Probleme mit nur einer Frage: CUI BONO- Wer profitiert?
Das ist genau der richtige Ansatz. Wir können uns in unserem Fall konkrete Fragen der gleichen Architektur stellen.

  • Warum existieren diese Casinos, wenn sie so leicht abgezockt werden können?
  • Warum ändern die Casinos nichts daran, dass solche System funktionieren?
  • Warum sollte das System verraten werden wenn es wirklich funktioniert?
  • Warum programmiert nicht jemand einen Bot der ein so primitives Spiel durchspielt und macht Millionen damit?
  • Was könnten diese Leute davon haben ein fehlerhaftes System zu veröffentlichen und sogar Werbeanzeigen zu bezahlen um darauf aufmerksam zu machen?


Der logische Schluss ist einfach und alle Fragen haben das gleiche Ergebnis. Das "System" kann nicht funktionieren. Ohne von Mathematik und Spieltheorie oder von Zufallsgeneratoren einen Funken Ahnung zu haben, MUSS man schon zu diesem richtigen Ergebnis kommen.

Wenn man sich intensiv damit beschäftigen möchte, kann man das ganze auch mathematisch beweisen. Das Einzige was man nicht kann, ist zu beweisen, dass es funktioniert- denn das widerspräche nicht nur der Logik, sondern auch der Mathematik. Vielleicht mag bei dem einen oder anderen, wahrscheinlich auch sehr vielen, trotzdem der Eindruck entstehen, "es müsse" funktionieren. Über diese fehlerhafte Logik - oder nennen wir es besser Intuition muss man in Anbetracht des Ergebnisses oben und der allgemein bekannten Schwäche des menschlichen Verstandes, sich täuschen zu lassen, hinwegsehen. Wem das nicht reicht, dem dient die folgende mathematische Erklärung:

Zuerst muss man sich klar machen, dass es bei Roulette keine 50%/50% Chance zwischen Rot und Schwarz gibt, sondern nur 48.6% / 48.6% , denn es gibt 37 Zahlen, davon eine Null (französische Roulette, zwei im amerikanischen) , also 36 Farben, 18 Rot / 18 Schwarz – Chance für Rot = (18/37)= 48.6% , gleiches für Schwarz.

Die Bank gewinnt also schon mal zu ~51.4% bei jedem Einsatz.
Der Hausvorteil liegt damit bei 51.4%-48.6% = ~2.8%
Bei jedem einzelnen Einsatz gewinnt die Bank ca. 2.8% dieses Einsatzes, ob Martingale oder nicht, das trifft immer zu.

Nun eine Rechnung bezogen auf Martingale, ich bediene mich dazu der Beispielrechnung von Wikipedia:

Annahmen:
  • Zéro bedeute Verlust
  • Der Starteinsatz, ein „Stück“, betrage 10 €, nach Verlust werden nacheinander 20, 40, 80 € usw. gesetzt.
  • Das von der Spielbank festgelegte Maximum betrage gerade 20.480 €, sodass die Martingale höchstens 12 Spiele umfassen kann. (Anm.d.V. In der Regel liegt das Tischlimit schon bei 12.000€ bei einem 10€ Min. Einsatz./ bei Online Casinos schon bei 1000€)

Die Wahrscheinlichkeit, ein einzelnes Spiel zu verlieren, beträgt 19/37 = 51 %.

Die Wahrscheinlichkeit 12 Spiele in Folge zu verlieren:
(19/37)^12 = 0,0336 % (d. h. ca. 1 : 2974)

Entsprechend beträgt die Wahrscheinlichkeit, eine Martingale mit Gewinn zu beenden:
1 – (19/37)^12 = 99,9664 %.

Aber: Im Falle des glücklichen Abschlusses gewinnt der Spieler gerade nur 10 €, während er im Falle eines Verlustes 40.950 € verliert (nämlich 10 + 20 + 40 +...+ 20.480 = 40.950).

Nun man gewinnt also zu 99,9664% 10€ und zu 0.0336% verliert man 40.950€.

Erwartungswert: (99,9664%*10)- (0.0336%*40.950€)= 9.99664 – 13.7592 = -3.763€ (pro Serie)

Dieser Wert gilt für die ganze Serie von 12 Spielen. Wir teilen ihn also durch 12 und erhalten: -0.313€, dies entspricht unseren 2,8% Hausvorteil ( Mathematisch ist der Schritt nicht ganz exakt). Das Casino gewinnt also bei jedem Einsatz von 10€; 31cent bzw. 28cent wenn wir Mathematisch genau sind.


Folgendes muss beachtet werden.

  • Erstens liegt das Tischlimit in der Realität niedriger. Man stößt also früher an die Grenze, kann nicht mehr verdoppeln und verliert damit alles.
  • Das Kapital ist in der Realität geringer. Am Beispiel unserer Abzocker soll man 50$-100$ einzahlen und mit 1$ spielen. Man kann also maximal 5 mal verdoppeln ( 6 mal setzen). Man verliert damit schon nach durchschnittlich 54 Spielen. Zu dieser Zeit hat man maximal 54$ verdient, sollte man immer schon beim ersten mal gewinnen. Man verliert aber sein gesamtes Kapital.
  • Auch wenn es so aussieht, als könne man gewinnen, indem man früh genug aufhört, ist das ein Trugschluss. Auch beim ersten Spiel kann sechs mal die falsche Farbe/Zahl kommen. Der negative Erwartungswert von 2.8% gilt schon im ersten Spielt. 



Um nun auch die letzte Frage vollständig zu beantworten:

Was könnten diese Leute davon haben ein fehlerhaftes System zu veröffentlichen und sogar Werbeanzeigen zu bezahlen um darauf aufmerksam zu machen?

Diese Menschen sind als Affiliate für die Casinos angestellt, das heißt, sie werben neue Spieler und bekommen dafür eine Provision vom Casino. Dass der Spieler immer verlieren wird, stört nicht,
denn meistens gibt es nur einen fixen Betrag im Moment der ersten Einzahlung ( Deshalb raten sie einem auch mindestens 50$ oder 75$ einzuzahlen- denn nur für Echtgeldspieler gib es Provision) .
Dabei gewinnt auch das Casino, und deshalb ist es nicht interessiert so etwas zu unterbinden.


Zu einzelnen Argumenten:

"Online kann einem kein Croupier auf den Monitor gucken, also kann nicht verhindert werden, dass das System angewandt wird."

Das ist auch unnötig, weil das "System" nicht funktioniert. Gehen Sie mal in ein live Casino und setzen demonstrativ nach Martingale oder fragen sie direkt, ob Ihr "System" erlaubt ist; der Croupier wird sie anlächeln, Ihnen den besten Stuhl zurecht machen und hoffen, dass Sie viel Geld mitgebracht haben und lange auf das System vertrauen. Wenn die Casinos überwachen wollten, könnten sie das auch an Ihrem heimischen PC, schließlich sieht das Casino auch die Einsätze und alles was Sie sehen und machen.


"Das System funktioniert nur bei ausgewählten Casinos."

Das ist quatsch. Alle Casinos haben einen unabhängig geprüften und ständig überwachten RNG-Random Number Generator ( Zufallszahlengenerator ). Jede Abnormalität würde statistisch erkannt und behoben werden. Casinos verwenden sehr viel Geld darauf zuverlässige und 100% zufällige Generatoren zu haben. Diese unterliegen nicht den Schwächen eines Pseudo-Zufallsgenerators, sondern arbeiten mit echten Zufallszahlen generiert aus nuklearem Zerfall, thermischem oder kosmischem Rauschen oder anderen geeigneten Quellen.

Der eigentliche Grund für diese Aussage ist, dass diese Leute natürlich nicht bei allen Casinos Affiliate sind und leer ausgehen würden, wenn der Spieler sich bei einem anderen Casino anmeldet.
Das gilt auch schon, wenn man nicht den angegebenen Link verwendet, denn ohne den kann das Casino den Spieler nicht dem Affiliate zuordnen.


"Aber man kann das System doch im Spielgeld Modus testen!"

Es unwahrscheinlich schnell festzustellen, dass das System nicht funktioniert, da ein kleiner Gewinn häufiger auftritt, als ein großer Verlust. Dazu kommt, dass Spielgeldtische meist höhere Tischlimits haben und der Spieler mit größerem Kapital spielt. Die meisten dumm Gläubigen werden sich sowieso nicht lange am Spieltisch aufhalten und meinen schon nach zehn Runden erkennen zu können, dass das System funktioniert. Wer wirklich hunderte Spiele spielt, der wird auch dort alles verlieren.

Zitat Wikipedia: "Gerade in dem Umstand, dass ein Martingale-Spieler relativ häufig kleine Gewinne erzielt und auf den sicher eintretenden Totalverlust eine geraume Zeit warten muss, liegt die Erklärung für das Phänomen des sprichwörtlichen Anfängerglücks."



Andere Systeme funktionieren natürlich genau so wenig, namentlich:

Montante Américaine 
Montante Hollandaise 
Progression d’Alembert 
Fitzroy-System
Parolispiel 
Marsch / Permanenzen
Zwei-Drittel-Gesetz 

Auch wenn man andere Systeme findet, oder sich welche ausdenkt sollte man immer Einstein im Hinterkopf behalten. Dieser hatte sich auch mit Roulette beschäftigt und kam zu dem Schluss:
"Man kann beim Roulette nur gewinnen, wenn man die Jetons klaut, während der Croupier wegsieht."

Um es auf den Punkt zu bringen: Kein Roulette System funktioniert!

Fazit
Geld gibt es nie umsonst. Auch im Internet muss man für Geld arbeiten, mal ausgenommen, man betreibt eine Abzockseite oder ein Online Casino. Und für Roulette gibt es kein funktionierendes System, und wird es auch niemals geben. Weiterführende Information: wizardofodds.com

Ein paar Beispiele für diese Abzockseiten:

http://www.genial-und-legal.com/
http://www.schlau-geld-verdienen.com
http://geld-verdienen-einfach.info
http://www.online-roulette-gewinnen.com
http://www.im-moment.info/wohlstandgeldsystem.htm
http://schnellgeldverdienen.net
http://www.100eurojedestunde.com
http://www.schlauheit2010.com
http://www.adlermethode.net
http://www.roulette-trick.eu
http://www.geldgeheimnis.com
http://geldplansystem.com
http://www.onlinecashmethod.com
http://www.relaxedroulette.com
http://www.123cashforyou.com
http://geldpoli.webs.com
http://webmaster-report.org
http://www.revolutionarymoneysystem.com/10498521/
http://www.der-insider.info
http://www.350euro.com
http://haus24-de.webs.com/
http://www.derschnellsteprofit.com/
http://web.geld-sommer.com/
http://www.fabian-faber-26.com/ (Spammails mit Vor- und Zuname)
http://www.malte-informiert.com/ (Spammails mit Vor- und Zuname)
http://www.der-geldesel.de/
http://www.andreas-abel.net/ ( Hat schon angegeben wann er seine Seite vom Netz nimmt, Wohl Angst?)
http://geldeasy.com/
http://olikohle.com/   geile-geld-schleuder
http://cash-lifestyle.com/
http://geldkariereonline.webs.com/
http://derreichesack.rms-recruiting.info/
 http://www.geldstrategien.com/
http://revolutionarymoneysystem.com/10498521/
http://www.geldjetzt24.com/
http://www.inschaltplatz.info/

Smart Moneybooster
http://www.smartstrategie.com/moneybooster/
Hier geht es um ein anderes Spielsystem, die Arbitrage. Dabei wettet man gegen den Markt selbst. Indem man auf verschiedenen Märkten die unterschiedliche Preise haben, Waren einkauft und schnell beim teureren Verkauft. Früher war die Arbitrage bedeutsam. In den Anfängen der Börse wurden die Kurse per Hand geschrieben. Wenn nun in Hamburg eine große Schiffsladung mit Tee ankommt, das Schiff aber kurz vorher absäuft, dann weiß man das in Hamburg und ändert den Kurs für Tee und macht ihn teurer. Nun muss sich ein schneller Mensch auf den Weg machen und der Börse in Bremen bescheid geben, dass Tee teurer gemacht werden muss. Wenn wir nun in Hamburg sind und schneller nach Bremen kommen, als der Mensch von der Börse, dann können wir günstigen Tee zum alten Preis kaufen und ein paar Minuten später, wenn der Kurs angepasst ist zum teuren Preis verkaufen. Ein sicheres Geschäft. Heute bei fast sofortigem Informationsaustausch zwischen den Börsen ist sowas selten möglich. Die Arbitrage lebt von der Undurchschaubarkeit des Marktes.

Mit Sportwetten könnte das natürlich auch gehen. Aber vorsicht!
Auf der Seite http://www.smartstrategie.com/moneybooster/ wird eine Arbitrage Strategie vorgestellt, die auch so funktionieren würde, wenn die Quoten wirklich so wären wie dort vorgestellt. Das wird aber niemals vorkommen. Ein Buchhalter wird nicht eine Quote von 4 zu 1 auf A abgeben, also A für vier mal wahrscheinlicher als Gewinner einschätzen und ein anderer Buchalter gibt 3,5 zu 1 auf B und hält diesen als absoluten Favorit. Wenn überhaupt schätzen die Buchhalter, bzw. Sportwettseiten die Lage im Promillebereich unterschiedlich ein und die meisten Stimmen ihre Quoten natürlich untereinander ab. Man kann bei Sportwetten unter normalen Umständen nur gewinnen, wenn man die Lage besser einschätzt als der Buchhalter, und man muss sie deutlich besser einschätzen, denn die Marge des Buchalters muss man auch überwinden. Wenn man eine solche Quote also wirklich findet kann man natürlich Arbitrage handeln. Aber selbst dann gilt: "Unter Arbitrage-Bedingung versteht man, dass es dauerhaft nicht möglich sein wird, einen risikolosen Gewinn durch den Kauf und Verkauf von Vermögensgegenständen auf einem Markt zu realisieren, da sich die Preise irgendwann angleichen werden." ( Quelle: Wikipedia: Arbitrage

Der eigentliche Trick bei diesem Betreiber, der als ein gewisser Ing. Gerald Ertlbauer auftritt, ist dass man sein Programm benutzen soll, das sogar Geld kostet. Und er eine Provision kassiert, diese Provision frisst das Geld auf. Bzw. würde ich jede Wette eingehen, dass der Erwartungswert spätestens durch die Provision negativ wird, wahrscheinlich ist er es aber auch so. Denn wenn jemand ein solches Programm hat, dass Kurse zuverlässig vergleicht und eine echte Arbitrage finden kann, warum sollte er es uns verkaufen? Und warum muss er sogar Spam-Mails verschicken um Leute von seinem System zu überzeugen? (dazu hier: http://www.mlm-infos.com/ftopic23278.html )

Er gibt auf der Seite sogar eine Ust-ID an. Da ich selbst Unternehmer bin und entsprechend auch eine habe, habe ich mal direkt beim Bundeszentralamt für Steuern eine Anfrage gestellt und das war das Ergebnis:
Keine Überraschung. 

Bei der Arbitrage mit Sportwetten muss man sich immer vor Augen führen, dass man nicht gegen andere Marktteilnehmer wettet, sondern gegen den Buchmacher. Da die Betreiber Geld verdienen möchten und entsprechend auch große finanzielle Mittel haben das sicherzustellen, haben sie ausgeklügelte Systeme um zu verhindern, dass sie Opfer einer Arbitrage werden.


Abzocke gibs auch mit der Börse (Forex) mit Ebooks, Flirtseiten und natürlich den guten alten Schneeballsysteme, alles der gleiche Sumpf.

z.B:
http://www.derreichesack.com
http://die-boersenformel.com
http://www.boersenverdiener.com
http://www.geldverdieneniminternet24.com  (danke an den Spambot der nen Kommentar hitnerlassen hat.)
http://www.bastisbumsblog.com ( Dummfang der Prebyte Media GmbH, für kostenpflichtige "Partnersuchbörsen/ Pornoseiten".)
http://www.michisbumstipps.com/  (Spiegel von der gleichen Seite.)
Zitat von Webuation: "Phishing / Betrug / Malware
Die Site ist ein Fake und Betrug und gehört einer Dachgessellschaft, in den USA, welche weltweit verschiedene Poronoseiten anpreisst. Dazu ist die Site auch noch extrem primitv aufgebaut, was ein privaten Blog vortäuschen soll.
Die Mädchen bzw. Frauen, welche angeblich in den Seiten Flirtfever, etc. angpreisst werden, sind alles proffessionelle Aufnahmen, welche von den verschiedene Sites der Firma online gestellt werden. 99,99 % der Frauen auf den Seiten existieren nicht unter den angebene Orten. Vereinzelt trift man auf "professionelle" Frauen, welche die Platform, für die Anpreisung Ihrer "Dienstleitung" verwenden. Das ganze dient nur dazu zu suggerieren, das man hier leicht an Frauen herankommt.
Nun den, wer's glaubt, wird ..."


Aufklärungsseiten:
http://www.manusblog.de
http://abzocknews.blogspot.com

Hilfreich ist auch das kostenlose Firefox Addon Web of Trust WOT 
So erkennt man schnell was man von einer Seite zu halten hat.

PS: Man darf Roulette und dergleichen nicht mit Spielen wie Poker vergleichen, die wirklich Spielkönnen involvieren. Wer den Unterschied nicht erkennt dem hilft nur Google und Köpfchen einschalten.

Das ganze ist natürlich Illegal. Nicht unbedingt für den Spieler, aber für den Betreiber solcher Seiten ( Die Abzockseiten, nicht die Casinos) Derzeit wetzen sich schon unzählige Anwälte die Zähne, denn diese Seiten haben eins gemeinsam: Sie verstoßen gegen die Impressumspflicht, sie bewerben (illegales) Glücksspiel. Das wird dann primär wegen Wettbewerbsverstoß und Betrug gemäß §263 StGB (Genauer: Provisionsbetrug, wegen der Selbstschädigung des Opfers, i.V.m. Drittbereicherungsabsicht und mittelbarer Selbstbereicherung).

Also sollte niemand auf die Idee kommen sich auch eine solche Seite zu basteln und kräftig abzusahnen. Was man dagegen tun kann: immer wenn man eine Anzeige bei Google usw. von solchen Leuten sieht, einfach mal draufklicken, Werbung ist teuer.

Nachtrag:

Auf einer dieser Seiten habe ich nun diese gesetzliche Warnung gelesen:
"Die Wirksamkeit des Systems ist langfristig nicht garantiert, genauso wenig wie das Logo "Zur besten Methode 2010 gewählt" und der mathematische Beweis, die rein fiktiv sind. Weder die Internetseite "Methode2010.com" noch die Administratoren bzw. die Personen, die Kommentare hinterlassen, können für Gewinne oder Verluste der Spieler zur Verantwortung gezogen werden."

Also sowohl das tolle Logo, als auch die mathematischen Beweise sind frei erfunden, wen wunderts. Und das System garantiert keinen langfristigen Gewinn, ich dachte genau das ist das Ziel? Sehr interessant. Andere Seiten haben sogar einen Disclaimer, dass sie nicht sofort verklagt werden wollen, sondern man bitte erst Kontakt aufnehmen soll. Alle diese Warnungen und Disclaimer sind rechtlich völlig sinnlos und können eher vor Gericht dazu verwendet werden, um dem Täter den Vorsatz nachzuweisen.


Wer noch andere Abzockseiten kennt, oder eine Anmerkung/ Kritik loswerden möchte, ist herzlich zu einem Kommentar eingeladen.

PS: Das Video hier hat mich in diesem Zusammenhang reichlich zum schmunzeln gebracht: