Besser Schlafen – Tipps und Tricks - Erholt und fit durchs Leben (Teil 3)


Schlafirrtümer

Vorschlafen
Der Körper kann Erholung nicht speichern, daher ist es nicht möglich vorzuschlafen. Die subjektive Einschätzung vieler Menschen, dass Vorschlafen funktioniert, geht darauf zurück, dass sie unter normalen Bedingungen nicht vollständig ausgeschlafen sind, meist ohne das selbst zu wissen. Wenn sie jetzt bewusst länger schlafen, in der Hoffnung dadurch vorzuschlafen, erholen sie sich vollständig und haben das Gefühl das Vorschlafen habe etwas gebracht. Bei Menschen bei denen Vorschlafen funktioniert, muss also von einem chronischen Schlafdefizit ausgegangen werden. 
Wer am Tag versucht vorzuschlafen um die nächste Nacht durchzumachen kann damit Erfolg haben, wenn es gelingt ausreichend Tief zu schlafen, jedoch kann Tagschlaf auf Dauer keinen Ersatz für Nachtschlaf bieten.

Schlafdauer
Jeder Mensch brauche mindestens acht Stunden Schlaf – diese Behauptung ist überholt. Der Schlafbedarf ist in der Bevölkerung annähernd normalverteilt. Eine pauschale Regel gibt es nicht, wer sich den ganzen Tag erholt fühlt, schläft ausreichend, egal ob fünf oder elf Stunden.

Schlafzeit
Der Schlaf vor Mitternacht zählt doppelt - hört man oft stimmt aber nicht. Auch die optimale Schlafzeit unterscheidet sich bei jedem Menschen. Wenn die maximale Melatoninkonzentration im Blut und die minimale Körpertemperatur in der Mitte des Schlafs zusammentreffen, ist der Schlaf am effizientesten. Bei den meisten Menschen findet das etwa um 0:00 - 4:00 statt.

Schlaftraining
Mit weniger Schlaf auskommen, als der eigene Körper vorschreibt, ist nicht möglich. Dazu muss man aber noch einiges sagen. Der persönliche Schlafbedarf ist zwar genetisch festgeschrieben und daher unveränderlich, und wer dauerhaft weniger Schläft, geht gesundheitliche Konsequenzen ein. Jedoch schlafen viele Menschen länger als sie eigentlich müssten, ohne das zu merken. Häufig hört man, dass es durch äußeren Zwang (z.B. Wehrdienst) gelingt, über längere Zeit mit viel weniger Schlaf auszukommen. Das liegt daran, dass der Körper bei der optimalen Schlafdauer am effizientesten Schläft. Das bequeme Bett daheim führ oft dazu, dass länger als nötig geschlafen wird, der Schlaf wird weniger tief und ineffizient. Ohne körperliche Anstregung verschlechter sich die Schlafqualität ebenfalls, was soweit führt das man sich tagsüber müde fühlt und soagr ein tatsächliches Schlafdefizit ausweist, obwohl oder weil man zu lange geschlafen hat. Beim Wehrdienst trainiert man seienen Körper also nicht, mit weniger Schlaf auszukommen, sondern man lernt tiefer und besser zu schlafen, dazu kommt es noch zu einer Gewöhnung mit den Symptomen von Schlafmangel zurecht zu kommen, von einer Anpassung könnte man nur sprechen, wenn es trainerbar wäre mit weniger Schlaf auszukommen ohne gesundheitliche Konsequenzen einzugehen und das ist, mit Ausnahme von Polyphasischem Schlaf nicht möglich.

Durchschlafen
Ein gesunder Schläfer schläft durch, ist ein Irrglaube. Jeder Mensch wacht in der Nacht bis zu 28 mal auf und schläft schnell wieder ein. Wenn die Wachphase kürzer als dei Minuten war, kann man sich später nicht an sie erinnern. Einige Menschen ärgern sich darüber aufzuwachen, weil sie es als Schlafstörung interpretieren. Durch diese Aufregung können sie innerhalb der drei Minuten nicht wieder einschlafen und erinnern sich an jedes Aufwachen. Wenn sie dann andere Menschen fragen, ob sie auch nicht durchschlafen können, werden diese meistens antworten, dass sie kein einziges mal wach werden, obwohl sie sich in Wirklichkeit einfach nicht daran erinnern.

Fernsehen
Etwas langweiliges im Fernsehen gucken macht müde und fördert so das Einschlafen - ist falsch. Fernsehen ist eine große Anstregung fürs Gehirn, zu viele Reize müssen verarbeitet werden, wer vor dem laufenden Fernseher einschläft kann nicht erholsam schlafen. Auch wenn sie nicht bewusst wahrgenommen wird, wirkt die Geräuschkulisse weiter störend auf das Gehirn ein. Eine entspannende aktive Tätigkeit ist viel besser für den Schlaf. Lesen regt die Phantasie an, bringt einen auf andere Gedanken und beruhigt und ist deshalb viel besser geeignet schnell und erholsam zu Schlafen.

Schnarchen
Es nervet zwar, Schnarchen ist aber ungefährlich – stimmt nicht immer. Schnarchen kann ein Zeichen für gefährliche Atemaussetzer sein, so genannte Schlafapnoe. Ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sind: Durchschlafstörungen, Kopfschmerzen beim Aufwachen, Konzentration und Gedächnisstörung, Tagesmüdigkeit, depressive Verstimmung und Sekundenschlaf trotz ausreichender Schlafdauer. Sollte ein Symptom auf Sie oder Ihren Partner zutreffen dürfen Sie nicht zögern einen Arzt zu konsultieren; eine unbehandelte Schlafapnoe ist eine lebensbedrohliche Erkrankung.