Polyphasischer Schlaf - Howto - Persönliche Erfahrungen

Seit einigen Monaten schlafe ich nun schon polyphasisch und möchte dazu nun ein paar Erfahrungen und weitere Tipps geben.


Als ich zwei Wochen nach dem Everyman geschlafen hatte, habe ich mich dann doch entschieden die Uberman Schedule auszuprobieren. Nach dem Uberman schlafe ich nun schon seit über zwei Monaten.


Die Anpassung hat sich als unvergleichlich härter herausgestellt und ich habe immer wieder verschlafen, was die Anpassung extrem in die Länge zog. Inzwischen ist es so, dass alles davon abhängt wie gut ich bei den einzelnen Naps geschlafen habe. War der 19 Uhr Nap schlecht kann es schon sein, dass man die ganze Nacht etwas müde ist. Es ist aber auch möglich, dass der 3 Uhr Nap so gut ist, dass er das wieder ausgleicht. Wenn ich einen Nap am Tag verpasse lege ich mich meist in der Nacht noch ein paar mal für 25 Minuten hin um das zu kompensieren.


Hier nun ein paar Erfahrungen, die ich gemacht habe:


Kältegefühl
In der Anpassungsphase habe ich gemerkt, dass ich extrem Kälteempfindlich war und schnell angefangen habe zu frieren. Selbst eine Decke konnte daran Teilweise nichts ändern. Es schien als hätte sich meine Körpertemperatur selbst reduziert und hat nicht mehr ausgereicht um mich zu wärmen. Das ganze scheint ein Teil der Anpassung zu sein, da der Körper die Temperatur in der Nacht normalerweise Absenkt um Energie für andere Aufgaben übrig zu haben. Da es nun keine Nacht mehr gibt senkt der Körper die Temperatur auch dann noch ab, wenn man wach ist. Nach und nach hat sich diesen Phänomen aber wieder gelegt bzw. ist es kaum noch zu merken.


Verschlafen
Einige Zeit war es mir unter keinen Umständen möglich zu verhindern nicht zu verschlafen. Ich habe drei Wecker benutzt und zwei Eieruhren. Der eine Wecker klingelt 15 Minuten bis er sich abstellt. Zusätzlich habe ich zwei große Lampen an eine Zeitschaltuhr angeschlossen und auf 30 Minuten gestellt. All diese Maßnahmen haben trotzdem nicht gereicht mich immer zu wecken. Inzwischen habe ich meinen Laptop an einen starken Verstärker und große Boxen angeschlossen. Die Boxen stehen im Schlafzimmer, Laptop und Verstärker im Wohnzimmer. Es ist im Schlafzimmer nicht möglich das ganze abzustellen. Es gibt auch keine Kabel die man raus ziehen kann. Man muss die Schlafzimmertür öffne, die ich immer abschließe und den Schlüssel im Schlafzimmer verstecke, über den Flur laufen und die Wohnzimmertür aufschließen, deren Schlüssel ich früher auch versteckt habe. Das ganze führt dazu, dass ich wenn ich den Laptop erreiche wach genug bin um ihn nicht im Autopilot auszuschalten und mich einfach wieder hinzulegen. Auf dem Laptop läuft als Wecker der Countdown von der Serie "LOST" den ich auf 25-30 Minuten stelle. In den Letzten 4 Minuten startet er dann, in der letzten Minuten geht es dann richtig los und in den letzten 10 Sekunden ist es wirklich unüberhörbar.
Den Countdown finden Sie hier.


Seit ich diese Anlage benutze habe ich erst einmal verschlafen und das wahrscheinlich nur, weil ich den Countdown nicht gestellt habe.


Ein weiteres Phänomen, das bei mir häufig aufgetreten ist, ist die feste Überzeugung gar nicht geschlafen zu haben. Das führt dazu, dass ich aufstehe den Wecker neu stelle und mich wieder hinlege. Das kann mehrere Male hintereinander passieren und schon hat man ein paar Stunden verschlafen. An die einzelnen Male kann man sich oft nicht erinnern, weil das Gehirn eine Wachphase von weniger als drei Minuten nicht speichert. Ich konnte dem nur durch das Abschließen der Türen Herr werden, weil der Weg, dann so lange dauert, dass ich feststelle, dass ich eigentlich recht erholt bin und mich an die letzten Minuten auch nicht erinnern kann, also scheinbar doch geschlafen habe.


Koffein
Zu beginn habe ich noch geschrieben, dass ich von Koffein abrate. Meine persönlich Erfahrung hat aber gezeigt, dass ich immer noch recht gut einschlafen kann und auch die Traumphase nicht ausfällt. Ich gehe aber davon aus, dass das sehr von Mensch zu Mensch verschieden ist. Meine einzige Koffein Quelle besteht auch aus grünem Tee, der ja auch beruhigende Wirkung hat und Koffein nur langsam freisetzt. Bei Kaffee, Cola usw. wird das vielleicht ganz anders aussehen, da Kaffee den Magen belasted und Cola viel Zucker enthält, der den Schlaf stören kann. Aber das sollte jeder selbst ausprobieren.


Träumen
Träume an die ich mich erinnern kann treten bei mir inzwischen bei fast jedem Schlaf auf. Um das noch zu erhöhen führe ich nun ein Traum-Tagebuch und hoffe, dass ich dadurch auch mehr Luizide Träume bekomme. Übers Klarträumen werde ich in naher Zukunft wohl auch noch einiges schreiben.


Lernen und Gedächtnis
Wenig Schlaf ist schlecht für die Gehirnleistung. Konzentration und Merkfähigkeit nehmen ab. Bei Polyphasischem Schlaf habe ich das nicht feststellen können. Im Gegenteil: Durch die kurzen Wachphasen scheint das Gehirn viel besser lernen zu können. Wer 16 Stunden wach ist, hat die meisten Dinge, die er am Morgen gerlernt hat schon lange vergessen, bis das Gehirn am Abend die Chance bekommt alles ins Langzeitgedächtnis zu übertragen. Wenn man alle 4 Stunden schläft bekommt das Gehirn viel öfter die Chance dazu. Das Phänomen ist schon länger bekannt, denn schon der normale Powernap einmal am Tag erhöht erwiesener Maßen die Gehirnleistung.




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Siehe auch Polyphasischer Schlaf - Übersicht


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