Polyphasischer Schlaf - Howto - Vorbereitung


Unter 20 Jahren sollte man besser nicht polyphasisch Schlafen, da der Körper sehr viel Schlaf braucht um Energie für das Wachstum zu haben.


1. Schlafmuster wählen
Siehe: Polyphasischer Schlaf - Schlafmuster
Ich selbst habe mich für Everyman entschieden, da mich Uberman wegen seiner strikten Schlafzeit zu sehr behindern würde. In weniger als 4 Stunden, die man zwischen den Naps hat kann man einfach manche Sachen nicht erledigen, die Anpassung würde sich also nur unnötig schwer gestalten. Bei Everyman dagegen habe ich die meisten Vorzüge von Uberman und kann einzelne Naps sogar über eine Stunde verschieben. Später bin ich dann zum Uberman gewechselt und habe danach etwa 5 Monate geschlafen. Ich musste leider aufhören, weil ich in Las Vegas im Urlaub war und dort einfach nicht zu meinen Naps gekommen bin. Später habe ich dann einen zweiten Versuch gemacht, dieses mal aber nur für 26 Tage, dann bin ich auf Everyman gewechselt, habe den aber nach ein paar Wochen aus mangelnder Disziplin aufgegeben. 


2. Schlafzeiten festlegen
Die Schlafzeiten sollten im Vornherein gut durchdacht und festgesetzt werden. Ihre strikte Einhaltung besonders am Anfang ist von höchster Wichtigkeit.
Mögliche Termine in der Woche müssen direkt mit eingeplant werden, da man die Zeiten von Tag zu Tag nur schwer verschieben kann.


Meine Zeiten sehen so aus:  
5:00-8:00
13:00-13:20
19:00-19:30
24:00-0:20




Anmerkung: Seit ich nach dem Uberman schlafe sehen meine Zeiten so aus: 
3:00-3:20
7:00-7:30
11:00-11:20
15:00-15:20
19:00-19:20
23:00-23:20


Den 19 Uhr Nap verschiebe ich aber meist um ein bis zwei Stunden nach hinten. 



3. Wecker
Da es für die Anpassung von ernormer Wichtigkeit ist, dass ihr nicht verschlaft und auch nicht einfach im Bett liegen bleibt ist es wichtig mehrere Wecker zu haben. Diese werden am besten möglichst weit weg vom Bett im Raum, oder sogar über mehrere Räume, verteilt. Es muss sichergestellt sein, dass ihr es nicht schafft den Wecker auszuschalten ohne sich dessen bewusst zu werden. Ich selbst benutze für die Naps zwei digitale Eieruhren, die nur bis 99 min gehen, was ja völlig ausreicht. So spart man sich die Zeit den Wecker jedes mal neu zu stellen. Für den Kernschalf verwende ich einen normalen sehr lauten digitalen Wecker, der sich nicht automatisch abschaltet, und meinen Laptop, der um 8 Uhr aus dem Standby aufwacht und anfängt Chopin zu spielen. Da mein Kernschlaf immer von 5:00 bis 8:00 stattfindet muss ich weder Wecker noch Laptop immer wieder neu konfigurieren, für die Naps wär das zu aufwändig.
Um den Laptop aus dem Standby zu wecken verwende ich die Freeware: WakeuponStandby


4. Genug zu tun?

Lege dir eine To-Do Liste an, mit allem was du in der gewonnen Zeit machen willst. Am besten zwei Listen anlegen, eine Notfall-Liste und eine normale. Auf die normale kommen alle Aufgaben die du sowieso machen musst und immer schon machen wolltest. Die Notfall-Liste besteht aus Aufgaben, die entweder sehr viel Spaß machen, sehr einfach sind oder irgendwie Müdigkeit verhindern. Die Not-Liste kommt immer dann zum tragen, wenn dir sehr langweilig wird, du sehr Müde bist und einfach die Motivation fehlt weiter etwas Sinvolles von der Haupt-Liste zu machen. Es gibt nichts schlimmeres als müde zu werden, nicht zu wissen was man machen kann und der nächste Schlaf ist noch 90 Minuten hin. Das Gehirn wird einem auch nicht zur Seite stehen etwas zu finden, sondern es wird einem nur einreden das Schlafen jetzt wirklich die einzige Lösung ist.


  • Hier ein paar Aufgabenbeispiele für eine Notfall-Liste:
  • Spazieren gehen
  • Duschen ( nicht Baden!)
  • Abwaschen
  • Staubsaugen
  • Im Kreis gehen
  • Singen, Tanzen, Springen (muss nicht die Kombination sein :) )
  • Selbstgespräche führen
  • Das Limbische System anregen ;)
  • Kochen
  • Musik machen
  • Malen
  • Lesen (Gefährlich!)
  • Lernen
  • Neues Hobby


Falls du jetzt merkst, dass du eigentlich kaum etwas zu tun hast, was du in der gewonnen Zeit machen kannst, solltest du lieber auf polyphasischen Schlaf verzichten.


5. Finale Entscheidung
Die Anpassungsphase ist extrem anstrengend und man ist in keiner Weise in der Lage auch nur halbwegs komplexe oder sinnvolle und produktive Tätigkeiten auszuüben. Wenn du für jemanden verantwortlich bist, den du nicht für eine halbe Stunde alleine lassen kannst, dann lass es lieber. Wenn du arbeiten muss, lass es lieber auch und tu dir selbst einen Gefallen und fange im Urlaub an. Ein paar Tage reichen nicht aus, zwei Wochen sollte man schon einkalkulieren.  


6. Anfangen

Erklärt sich von selbst.



7. Durchhalten
Das ist der Schritt in dem sich die Spreu vom Weizen trennt. Aber mach dir auch nichts draus, wenn es beim ersten mal nicht klappt. Mach ein paar Wochen Pause und versuche es noch einmal.
Siehe: Polyphasischer Schlaf - Anpassung


Weiter zu: Polyphasischer Schlaf - Schlafmuster
Siehe auch: Polyphasischer Schlaf - Übersicht


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich geh noch zur Schule (bin 19) und fahre jeden Tag um 6:30 mit dem Zug in die Schule. Kann ich da evtl die 20 min schlafen? Oder sollte man hauptsächlich in einer ruhigen Umgebung bzw nur im Bett schlafen?

Seraph hat gesagt…

Da spricht im Prinzip nichts gegen, ist eine persönlich Frage ob man das kann oder nicht. Ich selbst tue mich immer schwer an unbekannten orten zu schlafen, aber wenn Du das kannst, dann ist das kein Hinderungsgrund.

Tom hat gesagt…

Erst einmal danke für den aufklärenden Artikel :)

Hast du bis heute das Ganze durchgehalten oder bist du mittlerweile wieder zu einem normalen Schlafrhytmus zurück gekehrt?

Ich würde mich da auch gerne mit beschäftigen. Macht es Sinn, wenn man eher viel Schlaf (8 Std) gewohnt ist, mit einem biphasischen Schlaf anzufangen und sich dann langsam vor zu arbeiten?

Seraph hat gesagt…

Hallo Tom,

ich hab das etwa 4 Monate gemacht und danach eine Zeit normal geschlafen. Im Moment experimentiere ich sehr viel mit verschiedenen Rythmen auch Triphaisch z.B..

Mit dem langsam vorarbeiten kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Die herrschene Meinung geht davon aus, dass schnell und harte Anpassung am besten ist. Jedoch schreibt Stampi in seinem Buch. dass der Probant sich langsam gewöhnt hat.

Ich bin da selbst noch am experimentieren, ich probiere z.B. aus, ob es sinnvoll ist erstmal 6h Nachtschlaft plus 4-5 Naps und dann runter auf 4,5h Nachtschlaft, wenn die Naps besser werden, bis man dann auf 20 min runter ist. Ob das aber besser ist, weiß ich noch nicht.

Tom hat gesagt…

Danke,

dann probiere ich einfach mal ein wenig. Hab überlegt erstmal biphasisch einzusteigen und falls notwendig 2 statt 1 Nap einzulegen. Bin sehr gespannt :)

Tom hat gesagt…

Hey Seraph!

Ich wollte dir nach knapp 10 Tagen mal eine kurze Rückmeldung geben. Hab die ersten 5 Tage mit 6 Std Nachtschlaf und 2 Naps gearbeitet (früher 8 Std Nachtschlaf) und anschließend auf 1 Nap reduziert. Hab mich da mittlerweile gut dran gewöhnt, auch dank deiner anderen tollen Tipps hier auf der Seite. Sicher hat man manchmal ein paar kurze Phasen, wo man echt müde ist, aber gerade da darf man sich dann einfach nicht von beeindrucken lassen.

Werde das nun erstmal noch ein paar Wochen mit dem biphasischen Schlaf weiter machen und dann evtl auf Everyman umsteigen.

Ist es eigentlich möglich, mal hin und wieder (z.B. an nem Wochenende) ein Tag etwas länger zu schlafen oder würde das den Rhytmus komplett zerlegen?

Seraph hat gesagt…

Hey Tom,

allemein wird oft gesagt, dass der Rythmus dann durcheinander gerät, dagegen schreibt Stampi z.B. dass einige Ärzte über die Woche polyphasisch schlafen und am Wochende eine Art Crash Schlaf machen und das Defizit nachholen.

Icvh denke schon, dass die Anpassung ein bisschen schwieriger wird, wenn man am Wochende länger schläft, aber funktionieren wird es trotzdem. Wenn man ne Zeit im Polyphasichen Schlaf drin ist, dann braucht man sich eh keine Sorgen mehr machen, weil der Rythmus sehr robust ist.

Viele Grüße
Seraph

Anonym hat gesagt…

Moin Seraph

Sehr interessant dein Blog und deine Liste der "tricks".
Beim PC kann ich dir (und allen anderen) nur die Aufgabenplanung ans Herz legen, damit kannst du deinen PC ausm Stanby aufwachen lassen und bestimmte aufgaben ausführen lassen, und das zB vollautomatisch jeden Tag um 10 nach 8.
Dann braucht man da nichts mehr einstellen, nurnoch aufpassen das man die Boxen nicht ausversehen ausgeschaltet/leise gestellt hat.
Dann braucht man keine extra Programme sondern kann mit dem arbeiten was man hat.
So wird bei mir 5 Minuten nach meiner Aufstehzeit die Musikwiedergabe im Nebenzimmer gestartet (mit so ~130dB).

mfg
Tibor

nO.on hat gesagt…

Hey einen sehr coolen und informativen Blog hast du hier, hat mir sehr geholfen ;-)

Du schreibst ganz am Anfang, dass man unter 20 Jahren nicht polyphasisch schlafen sollte. Ist das deine persönliche Vermutung oder ist das irgendwie bestätigt?
Denn ich bin jetzt 16 1/2 Jahre alt und schlafe glücklich den uberman :)
Meine Anpassung war auch recht einfach fand ich, schlimm waren eigentlich nur die ersten beiden Nächte. Am fünften Tag konnte ich mit gutem Gewissen sagen, dass die Anpassung so ziemlich abgeschlossen war (eine Restmüdigkeit war da, hat sich aber wie erwartet ausgeschlichen). Wenn ich aber auf youtube oder so schaue, dann fühlen sich manche am sechsten Tag noch so wie ich mich in der zweiten Nacht fühlte.
Den Hinweis mit dem erhöhten Energiebedarf habe ich zur Kenntnis genommen, deshalb mache ich sieben und nicht sechs Naps. Aber könnte es nicht sogar sein, dass sich junge Leute besser anpassen können? Mir kommt es zumindest so vor.

Vielleicht bin ich auch einfach ein Naturtalent :P

Lino Coscia hat gesagt…

Hallo No.on. Du hast Recht, das mit den 20 Jahren ist nur eine Vermutung von mir. Bzw. nichtmal das. Ich persönlich glaube nicht, dass polyphasischer negative Auswirkungen auf den Organismus hat, auch nicht in jüngeren Jahren. Aber ich bin kein Arzt und selbst wenn, dann könnte ich keine fundierte Empfehlung aussprechen, weil es keine aussagekräftige Forschung zu dem Thema gibt.
Weil also hypothetisch die Möglichkeit besteht, dass es negative Auswirkungen gibt, rate ich lieber davon ab. Ein Problempunkt ist eben, dass sich der Körper und insbesondere das Gehirn bis 24 Jahre noch entwickelt. Ein Teil dieser Entwicklung findet im Schlaf statt, man weiß nicht ob das bei polyphasischem Schlaf noch funktioniert.

Ich stimme dir zu, ich denke auch, dass junge Leute sich besser anpassen können. sechs Tage finde ich trotzdem erstaunlich kurz. Meinen Glückwunsch, dass es so gut geklappt hat.